Fichtelgebirgsmarathon

15. Juli 2017:

Erst 2 Tage vorher hatte ich mich zu einem Start entschieden. Es sollte ein Vorbereitungslauf werden.

Start und Ziel ist in Bad Alexandersbad, direkt am Schloß, schon sehr schön. Gleich nach dem Start war ein Läufer und die 1. Frau vor mir, dann schoss noch ein weiterer Läufer vorbei, der sich auch gleich deutlich absetzte. Im ersten Anstieg bis km 2 war alles noch eng beeinander. Meine Herzfrequenz war danach immer noch recht niedrig, ich kann und muss also schneller laufen. Ich bleibe also im konstanten Abstand zu Platz 2 und 3 (= 1. Frau). Nach hinten kann ich mir langsam Luft verschaffen. Es geht auf und ab. Die führende Frau hat einen leichten Laufstil und macht viel Dampf. In den Anstiegen kann ich immer etwas Boden gut machen, bergab verliere ich wieder. Dann muss ich kurz stoppen: irgendwas stört in meinem Schuh.

Nach 14 km entscheide ich mich in einer Bergabpassage endlich einen notwendigen Stopp einzulegen. Die beiden sind jetzt natürlich wieder weiter weg. Ich bin aber ganz gut im Rennen und kann jetzt – da es nur noch bergab geht – aufholen. Nach 18 km ballern wir die Straßen zwischen dem Golfplatz in Fahrenbach hinunter, ich in 3:56 min/km. Unten in Tröstau ist es endlich mal flach und hier kann ich meine Stärke ausspielen. Noch vor der Wende überhole ich die Frau. Dann kommt mir der Führende entgegen, dürften rund 8 min Rückstand für mich sein. An der Wende ist gute Stimmung, da in einer halben Stunde der Halbmarathon hier startet. Danach gilt es den Vorsprung nach hinten zu prüfen. Dürften 600 m und somit rund 2:30 min sein. Die 4er-Verfolgergrupper führt Jürgen Steiner aus Weiden an, der kann was, ich kann mich keinesfalls ausruhen.

Nach 22 km übernehme ich auch Platz 2. Ich mache weiter Druck, noch ist es flach und Vorsprung kann ja nicht schaden. Durch die Wendepunktstrecke begegnet man dem ganzen Marathonfeld, viele kenne ich und ich werde häufig angefeuert. Die Kilometer fliegen so dahin. Irgendwann kommt mir aber das Schlussfahrrad entgegen. Jetzt also allein im Wald.  Ich sehne km 32 herbei, nach dem es dann fast ausschließlich bergab gehen wird. Ein entgegenkommender Radler teilt mir 4 min Rückstand auf Platz 1 mit. Sollte da noch was drin sein? Ich gebe mein Bestes, ohne mich zuverausgaben. Dennoch zähle ich die km rückwärts und berechne meine voraussichtliche Zielzeit.

Nach fast 39 km sehe ich von Weitem ein Rad entgegenkommen. Erfreut stelle ich beim 39er-Schild fest, dass es meine Tochter ist. Reden kann ich jetzt allerdings nicht mehr mit ihr. Dann geht es nur noch runter. Unten links zum Kurpark, dort an der Quelle rechts in den steilen Schlussanstieg. Hier steht auch Yvonne, die versucht, die Anstieg mir hochzurennen. Auch Sanna kann mit ihrem Rad nicht mit ganz hoch fahren. Noch ein paar Stufen und dann durch den Durchgang ins Ziel.

Nach 3:06:57 h anspruchsvollen Laufens finishte ich als Gesamtzweiter!

Ich erhalte eine schöne Holzmedaille. Der Veranstaltungsleiter interviewt mich noch kurz. Eine gelungene Veranstaltung!!!

meine Aktivität bei strava

PS: Nach den Siegerehrungen machen wir noch einen Abstecher an den Weißenstädter See. Beim Spaziergang drumrum kaufe ich Sanna ein Eis am Kiosk. Der Kioskbetreiber fragt mich, ob ich nicht immer beim 6-Stundenlauf teilgenommen habe. Natürlich, aber der letzte hat 2014 stattgefunden. Unglaublich, dass er mich erkannt hat, auch wenn ich bei meinen 6 Teilnahmen rund 100 mal hier vorbeigekommen bin.

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Adelsberglauf

  1. Juni 2017

Seit 2010 starte ich durchweg auf der langen Distanz über offiziell 19,8 km. Die Strecke ist sehr schön aber auch hammerhart und trotzdem kann sogar ich sie sehr schnell laufen. Dieses Jahr fehlen die bekannten Topfavoriten. Ob schnelle Wintersportler über die lange Distanz starten, ist vorher unbekannt.

Kurz nach dem Start ist klar, dass erstmal keiner vorneweg rennt, nur die schnelleren über die 10 km Distanz. Es bildet sich eine 8-köpfige Führungsgruppe für die lange Runde. Sowas erlebe ich ja selten. Wir rennen also im Pulk die Adelsbergstraße und die ersten 2 Rampen hoch. Keiner kann oder will sich absetzen. Oben an der Streckenteilung geht es für uns geradeaus und bergab. Thomas (Einsiedel) macht Druck, Björn (Adelsberg) hinterher. Ich gemeinsam mit Vereinskumpel Schaarschi dahinter. Es wird schneller. Mir ist das aber noch nicht schnell genug, kann noch schneller. Außerdem hoffe ich, insbesondere mit Tim einen AK-Konkurrenten abschütteln zu können. Ich renne an der Spitze die Straße hinab. Seit diese neu asphaltiert wurde, ist sie viel besser laufbar. Mit dem 5. km in 3:18 min sprenge ich somit die Spitzengruppe, nur Thomas, Björn und Schaarschi sind noch dabei. Mir ist klar, dass ich gleich im Gegenanstieg dafür büßen muss. Bald liege ich also an 4. Stelle, aber nur ein paar Meter hinter den anderen. Oben auf der Feldstraße bin ich dann wieder dran. Als es dann links auf dem ausgewaschenen Pfad runtergeht, können sich Thomas und Björn absetzen, Schaarschi und ich sind hier etwas vorsichtiger. Die kommenden Wege sind jetzt leider mit einem Belag versehen wurden und daher nicht mehr so schöne Waldwege. Das Tempo ist sehr hoch.

Wir kommen zur steilen Linkskurve und rennen jetzt 1 km das Sternmühlental wieder hoch. An der Sternmühle (km 11) ist eine Getränkestelle und wir 4 wieder beieinander. Direkt danach kommt der ewige Anstieg Richtung Adelsberg. Sofort macht Schaarschi mächtig Dampf, Björn versucht noch dranzubleiben, Thomas mit kleiner Lücke und nochmal 20 m später ich, der sich das sozusagen von hinten anschaut. Schaarschi kann seinen Vorsprung sukzessive vergrößern, ich kann meinen Rückstand auf Thomas konstant halten. Nach 13 km und einem kurzen Bergabstück kommen wir an Getränkestelle 2. Da es nicht sehr warm ist, verzichte ich. Jetzt der kurze, knackige Anstieg zurück in den Wald. Ich muss um Anschluss kämpfen. Schaarschi ist dann nicht mehr zu sehen und Björn auch nicht. An Thomas komme ich nicht so recht ran. Wir erreichen die Straße zum Adelsberg, nochmal kämpfen. Nach dem Abzweig auf den Feldweg (bergab, holprig) schaue ich nochmal zurück und kann Konrad aufholen sehen. Also doch nicht Platz 4 sicher ins Ziel laufen. Außerdem war ich ja letzte Woche in Altenburg schon 4. Es kommt die Senke und der wirklich letzte Anstieg Richtung Wohnsiedlung. Ich bilde mir zumindest ein, dass Thomas leicht nachlässt. Da sollte ich nochmal was probieren. Ich komme näher, komme ran und kann nach den ersten Häusern vorbeigehen und auch gleich Vorsprung rauslaufen. Eventuell hat er irgendwelche Probleme (er berichtet im Ziel von Seitenstechen). Ich muss das Tempo aber extrem hochhalten, da es jetzt nur noch die Adelsbergstraße hinab geht. Zusätzlich droht der schnelle Konrad noch. Ich ziehe bis ins Ziel durch, bleibe aber nicht mehr unter 1:16 h, dafür ist Platz 3 ein sehr schöner Erfolg.

Mit 1:16:08 h bleibe ich 1:32 min hinter Schaarschi und nur 34 Sekunden hinter Björn. Wenn ich da gleich drangeblieben wäre, hätte ich sogar um Platz 2 kämpfen können…

Platz 1 und 3 sind ein toller Erfolg für unseren Verein Chemnitzer LV Megware.

Pobershauer Berglauf

11. Juni 2017:

Am Tag nach dem Skatstadtmarathon Altenburg waren wir – hauptsächlich wegen Sanna – beim Pobershauer Berglauf. Da wir nicht wegen dieses 700 m-Kinderrennens die fast 45-minütige Fahrt machen wollten, sollte wenigstens einer von uns laufen. Es war zwar ziemlich warm und die Strecke bekannt anspruchsvoll, dennoch entschieden wir uns beide zur Nachmeldung. Meine Beine waren natürlich nicht gerade frisch, aber für ein vernünftiges Durchkommen sollte es reichen. So schob ich mich etwas mühsam den langen Anstieg zu Beginn der Runde hoch, bergab lief es ganz gut. 3 Runden sollte dies immer wieder der Wechsel sein. Zwischendurch kam ich mal einer 4er-Gruppe vor mir näher. Aber die waren alle nicht meine AK und deshalb hatte ich keinen Grund nicht vorhandene Kräfte einzusetzen.

Mit der Vorbelastung geht die Zeit von 1:04:08 h für 14,4 km mit 417 Höhenmetern völlig in Ordnung. Da Platz 2 in der Altersklasse rausspringt, habe ich alles richtig gemacht.

Natürlich ernte ich reichlich Kopfschütteln als sich rumspricht, was ich am Vortag gelaufen bin…

Skatstadtmarathon Altenburg

Am 10. Juni startete ich 6:45 Uhr zum Skatstadtmarathon nach Altenburg. Nach dem 3-Ländereck-Ultra vor 2 Jahren weiß ich, dass diese Thüringer Ecke gar nicht so weit weg ist.

Nach 45 Minuten Fahrzeit stelle ich mein Auto bereits an der Rückseite der Mehrzweckhalle „Goldener Pflug“ ab. Dort sind die Marathonmesse, Startnummernausgabe, Gepäckaufbewahrung und Umkleiden untergebracht. Gepäckaufbewahrung und Toiletten gibt es zusätzlich auch noch im Start-Zielbereich auf dem Altenburger Markt. Mit Lauffreund René geht es dann startfertig zum Marktplatz. Hier ist ganz schön was los, habe ich nicht erwartet. Erst in der Startaufstellung merke ich, dass wir gleichzeitig mit dem Paar-Staffel-Marathon starten.

Dann geht es los, 1. Startreihe, 100 m über den Markt. Vorn sprintet ein Paarläufer davon. Nach dem Markt werde ich von einem Marathoni von der Bundeswehr (Tarnshirt) überholt. Hier sollte ich wohl erstmal dranbleiben. Es geht über Pflasterstraßen ordentlich bergauf, dann wieder hinab und erstmal flach. Wir sind schnell, unter 4 min/km. Die Stimmung am Streckenrand ist schon sehr gut. Vor uns der Führungsradler und in Sichtweite die 1. Staffel mit dem dazugehörenden Führungsrad. Gut ausgebaute Parkwege. 2 weitere Marathonis schließen auf. Die Strecke wird profilierter und anspruchsvoller. Viele freundliche Streckenposten, die erste Wasserstelle. Vorn machen 2 Läufer zu viel Druck für mich. Die vor mir liegende Staffel kassiere ich dann an einem steilen Anstieg an einem Feldrand. Danach in schon ordentlicher Sonne leicht ansteigend eine Straße entlang. Längeres Abwärtsstück mit hohem Tempo, ich kann hier Platz 3 übernehmen. Der andere Läufer fällt dann zurück. Unten ein kleiner Bogen und ich schaue zurück: der andere gleich deutlich zurück. Dafür kommt Lauffreund Steffen Burkhardt näher, wie erwartet. Berg hoch, berg runter, dann leicht abfallend mit hohem Tempo, Straßenüberquerung, Anstieg und dann längerer steiler Anstieg. Oben geht es bald wieder in bewohntes Gebiet, rechts runter, links, dann verwinkelt durch eine Gartenanlage, wieder rechts ein Stück hoch, kleine Eigenheimstraße, links runter, 180° rechts weiter runter. Unten über eine Straße, links, rechts und später wieder rechts in einen schon deutlich anstrengenderen Anstieg, erst 14 km. Oben Verpflegung, dann bin ich kurz irriert. Ah, hier scheint eine Wende zu sein? Ich laufe bergab, umrunde einen Teich zur Hälfe, wieder hoch und komme an der Stelle von eben wieder raus. Rechts rum und an einem kleinen Gewerbegebiet entlang, dann links, rechts über einen Wiesenweg, scharf links, privater Wasserstelle, Fastverlaufer, bergab, rechts, links, rechts hinab. Ah, da drüben (links gegenüber) bin ich doch gerade langgelaufen, bevor der Anstieg bei km 14 kam. Jetzt aber rechts, Straßenquerung. Steffen die ganze Zeit in Schlagdistanz hinter mir. Dann kommt der Schloßpark mit krassem Anstieg aber perfekter Stimmung. Hier sind viele Schilder mit Sprüchen für verschiedene Startnummer aufgestellt. Oben im Schloßpark sind einige Zuschauer und ein Sprecher, der Steffen und mich ansagt. Danach über Asphalt minimal ansteigend, dann aber auf schlechtem Pflaster steiler bergab. Gäßchen und Wege und dann laufen wir auf einer größeren Straße im hinteren Feld einer kürzeren (5 oder 13 km) Distanz. Es ist aber genug Platz und dann kann ich kurz mit Steffen quatschen. Leider kommt dann der kurze, knackige Anstieg zum Schloß (?). Danach über ein Treppe hinab und wieder in das Läuferfeld von eben. Durch ein schmale Gasse brülle ich uns den Weg frei, kommt wahrscheinlich nicht sehr gut an. Dann links über Sträßchen Richtung Markt, viel Pflaster. Endlich Rundendurchlauf (nach 1:27 h), es ist viel los auf dem Markt. Der nach 5 km abgehängte Läufer kommt mit Startnummer in der Hand entgegen und scheint seinen Lauf jetzt zu beenden. Fortan geht es mit Steffen mehr oder weniger gemeinsam weiter. Bevor es wieder runtergeht bewahrt er mich noch vor einem Verlaufer. Steffen hat heute keine großen Ambitionen (obwohl er hier schon 2:48 h lief) und bleibt meist ein paar Meter hinter mir. Bald überholt uns der Vorjahressieger, wie es Steffen vorhergesagt hatte. Nun bin ich also auf Platz 4. So tröpfelt der Lauf dahin. Wir laufen in das Ende des Halbmarathons hinein, was aber nie zum Problem wird, sondern mit stets eine gute Ablenkung ist. Es wird leider immer wärmer. Da Steffen hinter mir ist, kann ich nicht zu sehr nachlassen. ich nehme jede Möglichkeit der Erfrischung an. Beim Anstieg nach km 6 der Runde sind nicht nur einige Läufer unterwegs, sondern auch ein kleiner Waschbär, der benommen wirkt und auf dem Weg taumelt. Die Halbmarathonis haben auch am nächsten Berg ganz schön zu kämpfen. Nach der winkligen Gartenanlage wird die private Wasserstelle vor einem Haus jetzt gut genutzt und auch das Wasser aus dem Gartenschlauch durchlaufen mehrere Läufer. Immer in dieser Art weiter, nur das Steffen bald nicht mehr da ist. Erst an diesem Wendepunkt nach über 36 km sehe ich ihn nochmal, hier habe ich also schon einen guten Vorsprung. Beim Fastverlaufer steht jetzt ein Auto vorm falschen Abzweig und eine Gartendusche wurde aufgebaut. Mittlerweile habe ich mich mit Platz 4 abgefunden, da ich auch etwas langsamer geworden bin. Außerdem ist die 3h-Grenze nicht mehr drin, selbst wenn es nicht ganz genau 42,2 km nach meiner Uhr sein sollten. Der Anstieg im Schloßpark kostet nochmal richtig Kraft. Dafür ist der allerletzte Anstieg zum Schloß nicht so schlimm. Auf dem letzten Kilometer versuche ich nochmal zügiger zu laufen. In Mitten der Halbmarathonis sehe ich dann 250 m vorm Ziel das Bundeswehrshirt. Das kann doch nicht wahr sein. Was soll ich jetzt machen? Er scheint langsam zu sein. Ich renne ran und im letzten Anstieg hoch zum Markt mit viel Druck direkt vorbei. Zielgerade, vielleicht noch 100 m. Da kommt der links vorbeigesprintet, das kann doch nicht wahr sein. Dem habe ich nichts mehr entgegenzusetzen. Wenige Meter hinter Platz 3 laufe ich über die Ziellinie, gefühlte 5 Sekunden Rückstand. Das kann doch nicht wahr sein. Erfreulicherweise bekomme ich als 4. dennoch die Zugangsberechtigung zum VIP-Zelt für die Gesamtsiegerehrung. Trinken, an Wassertrögen erfrischen, Schatten. Dann finde ich Steffen. Nach meiner Geschichte erzählt er mir, dass er 10 m vorm Ziel mit Krämpfen kurz stoppen musste.

Beim Weg zur Halle kann ich mich auch nicht über die 3:01 Stunden (41,23 km laut Uhr) nicht freuen. Beim Warten auf die Siegerehrung begegne ich auch Flo Neuschwander, der den Halbmarathon mit Streckenrekord gewonnen hat. Für ein Gespräch bin ich allerdings zu schüchtern und immer noch mit dem Zieleinlauf beschäftigt.

Bei der Siegerehrung wird als Platz 5 nicht wie erwartet Steffen aufgerufen, sondern Heiko Anger. Das wusste nur vorher niemand. Es stellte sich heraus, dass Steffen durch seinen kurzen Stopp direkt vorm Ziel noch überholt wurde.

Der Ausflug hat sich dennoch gelohnt, eine tolle Veranstaltung mit über 3.400 Finisher auf allen Distanzen, mit „krasser Strecke“ (Zitat Flo N.). Meine Uhr hat geschmeidige 559 Höhenmeter gemessen.

 

 

Amberger Running Night

Am 3. Juni stand die Amberger Running Night (Oberpfalz) auf dem Programm. Hier liefen wir 2014 schon mal bei sehr hohen Temperaturen. Diesmal waren „nur“ 25°C. Am Nachmittag lief meine Tochter auf Platz 2 über 1,6 km, gewann aber ihre Altersklasse. Dann 19:00 Uhr war Sebastian über 5 km an der Reihe. 20:00 Uhr dann der Start über 10 km (4 Runden durch die Altstadt). Yvonne startete nach fast 2 Jahren erstmals wieder bei einem Wettkampf.

Nach dem Start sprintete einer vornweg, ein zweiter setzte sich ab, ich lag etwa auf Platz 10, da die Felder hier immer stark sind. Nach der ersten Kurve merkte ich aber, dass ich weiter vor kann. 300 m später lag ich an 4. Stelle. Ich arbeitete mich an den Dritten ran und lief eine Weile mit ihm. Die Strecke musste dann geändert werden, was uns viele zusätzliche Kurven einbrachte und immer wieder Beschleunigen bedeutete. Über die ganz gut besuchte Fußgängerzone ging es dann wieder zum Markt und Rundendurchlauf. Der Sieger des 5km-Laufs holte uns ein und machte Tempo. Ich konnte dranbleiben, aber der zuvor Dritte ließ abreißen. Sollte ich hier wirklich eine Chance auf Platz 3 haben? Wieder als 4. durch den Rundendurchlauf, unter 19 min für die Hälfte. Ich wage dann den Angriff auf Platz 3, kann vorbeigehen und mir eine ganz kleine Lücke verschaffen.

Als 3. geht es nun auf die letzte Runde. 100 m danach Überrundung von Yvonne, keine Luft zum Reden. Immer wieder vorsichtige Versuche, den Vorsprung nach hinten zu kontrollieren, scheint größer zu werden. Nicht nachlassen! Endlich die letzten Kurven hinterm Pfarramt geschafft und die Fußgängerzone ist erreicht, hier kann man nochmal zügig rennen. Der Betreuer vom 4. gibt mir zu verstehen, dass mein Vorsprung reicht. Dennoch laufe ich mit 3:40er Tempo den letzten Kilometer. Nach 37:36 min erreiche ich als Gesamtdritter das Ziel, kann ich gar nicht glauben. Der Vierte kann nicht recht glauben, dass ich das bis zum Schluss durchziehen konnte.

Da lohnt sich das Warten auf die Siegerehrung wirklich. In der AK belege ich Platz 2 hinter dem Gesamtzweiten. Auf ihn habe ich 45 Sekunden Rückstand. Hätte ich mich am Anfang getraut, dort mitzugehen, wäre vielleicht mehr drin gewesen, aber das ist nur Spekulation.

Im Nachhinein wundere ich mich dennoch über meine schwache Zeit. Davon abgesehen, dass ich den ersten km zu vorsichtig angelaufen bin, lag es an den zahlreichen Kurven. Ich zähle 12 enge, meist 90°-Kurven (1 x 180°) je Runde, macht also 48 Kurven auf 10 km. Das sollte es erklären.

Strava-Aktivität

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Limbacher Marktlauf

Am 27. Mai startete ich wieder beim Limbacher Marktlauf, der seit 2 Jahren aber über 10,6 km in 2 Runden um die Schafteiche führt.

Es war sehr warm. Vorn hatten sich kurz nach dem Start die 2 Adelsberger abgesetzt. Nach einigen Einroll-Metern konnte ich zur ersten Gruppe aufschließen, wir waren bald 6 Läufer. Gegen Ende der ersten Runde hatte sich die Gruppe bereits verkleinert und dann leicht auseinander gezogen. Durch die Wasserstelle beim Rundendurchlauf schob es sich wieder zusammen. Ein schönes Rennen. Die Gruppe wurde bald kleiner und nach über 7 km waren wir noch zu viert. Marco aus Limbach und mein Vereinskamerad Thomas machten mächtig Druck, sodass ich gerade noch folgen konnte. Dadurch waren wir jetzt nur noch zu dritt.1 km später wurde mir das dann auch zu schnell, beide schlage ich im Spurt eh nicht und auch sind sie nicht meine AK. So verlegte ich mich darauf, Platz 5 ins Ziel zu bringen. Dafür musste ich bis ins Ziel durchziehen, nur die letzten 100 m ließ ich austrudeln, sodass ich nach 39:49 min mit 4 Sekunden Vorsprung auf Platz 5 einlief. Das bedeutete PB auf der neuen Strecke und den sicheren AK-Sieg. Für Platz 5 und den 1. M35 gab es jeweils einen Pokal, sehr schön.

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Bleilochlaufultra

Nach dem vergeigten Leipzig-Marathon hieß es noch irgendwie auf den Rennsteig vorbereiten. Am WE 22./23. April waren der Bleilochultra (48 km) oder/und der Werdauer Waldlauf zur Auswahl. Wegen der längeren Strecke, der mehr Höhenmeter (ca. 1.000) und des ursprünglich vorhergesagten besseren Wetters entschied ich mich für den Bleilochultra. Werdau bin ich ja auch wirklich schon häufig genug gelaufen und am Bleiloch war ich erst ein Mal und es hatte mir 2014 sehr gut gefallen.

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Diesmal waren sogar Frau und Tochter dabei, das Wetter sollte ja besser werden, wurde es aber nicht. Ich startete also im Ultrafeld 9:00 Uhr im strömenden Regen. Es war eine relativ große Gruppe vor mir, viele mit Rucksack und Bart. Ich lief mein eigenes, kontrolliertes Rennen. Nach einigen Kilometern wurde es langsam ruhiger. Ich lief mehrere Km mit einem Läufer (Bart) gemeinsam bis km 17. Nach der dortigen Verpflegung waren wir zu dritt. Später lief ich mit diesem Läufer (Bart, grüne Jacke) zu zweit. Die Trails waren teilsweise sehr schmal und rutschig. Da musste ich mit meinen Straßenlaufschuhen bissl aufpassen. Ein falscher Schritt und es gibt eine Rutschpartie in die Talsperre. Ein anderer Läufer (Bart) überholte uns und blieb einige Meter vor uns. An der steilen Wand bei km 25 blieb er dann hinter uns zurück. Bald waren wir aber wieder zu dritt, bevor ich leicht abreißen lies. Nach dem VP bei km 28 setzte sich „grüne Jacke“ allmählich ab, hier schüttete es jetzt wieder sehr stark. Es ging bergauf und an den freien Flächen kam Wind dazu. Den dritten Mann schüttelte ich jetzt ganz langsam ab. Fortan lief ich bis ins Ziel allein, was mich aber selten stört. Der Regen hatte nach 3 h auch endlich aufgehört. Irgendwie hatte ich die Passage von Schloss Burgk eher in Erinnerung, ich musste aber bis km 36 warten. Zeit irgendwas zu genießen, hatte ich allerdings nicht. Wenig später ging es wieder hinab zum Wasser. Ich hörte, einen Läufer langsam näher kommen. Endlich war der Holzsteg über dem Wasser erreicht. Der Läufer war jetzt hinter mir, ich musste also Gas geben, wenn ich ihn nicht überholen lassen will. Nach dem Ende des Stegs mussten wir über einen Wasserlauf springen und links ging es in den Schlussanstieg. Der Läufer (Bart) hinter mir stöhnte laut und blieb zurück. Ich wusste noch in etwa, was mich erwartet. 2014 war ich hier schon völlig zerstört. Ich kam gut hoch und oben trafen wir auf das 24er-Feld. Noch ein paar weitere Höhenmeter. Beim Blick zurück konnte ich erkennen, dass der Läufer von eben schon weit zurück war und sich dazwischen einer (Bart) befand, den ich seit km 4 nicht mehr gesehen hatte. Dieser kam schnell näher und als endlich der nur noch bergabführende Radweg 4 km vorm Ziel erreicht war, stürmte dieser Läufer so vehement vorbei, dass ich nicht folgen konnte und wollte. Ich beschleunigte wie geplant auf 4:15 – 4:30 min/km und hatte nunmehr die Zeit von unter 3:50 h und den Läufer mit grüner Jacke im Blick. Ihn wollte ich mir noch holen. Bald kam mir meine Tochter mit dem Rad entgegen und berichtete von Platz 2 über 2 km und dem AK-Sieg. Ich machte weiter Druck und konnte „grüne Jacke“ überholen. Jetzt noch 1,5 km. Am Ende schaffte ich es sogar unter 3:45 h ins Ziel. Die korrigierte Ergebnisliste ergab dann 3:44:27 h, Platz 9 (inkl. 1. Frau) und den AK-Sieg (vor dem Läufer, welcher am Schlussanstieg stöhnte), was mich sehr freute, für einen Trainingslauf unter WK-Bedingungen.

Die kostenlose Zielverpflegung verdient schon (fast) das Prädikat „legendär“.

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