Landeshallenmeisterschaften der Senioren (alte Säcke?)

Bereits am 4. Februar startete ich abermals in der Halle bei den Landeshallenmeisterschaften der Senioren. Mich reizten nochmal die 800 m; die 3.000 m sind sowieso Pflichtprogramm.

Zunächst 800 m:

1. Runde: 35 s

2.Runde: 71 s, fast etwas zu langsam

Nun hieß es, nicht – wie meist – nachlassen -> 1:48 min nach 600 m

Die 4. Runde ist hart und nicht optimal. Nach 2:26,78 min bin ich als Letzter meiner AK im Ziel (= Silbermedaille). Das ist neue Bestzeit, 3:03 min/km oder 19,62 km/h. Wären vielleicht doch 2:24 min (= 3:00 min/km – 20 km/h) drin gewesen?

Nur 2,5 Stunden später dann die 3.000 m. Die ersten 100 m liege ich vorn und fordere die anderen auf, endlich loszurennen. 1. Runde für mich in über 41 Sekunden. Ich komme nicht in Fahrt, bereits nach 500 m frage ich mich, wie ich mit den festen Oberschenkeln nochmal 12 Runden in dem Tempo rennen soll. Der erste Kilometer ist deutlich über 3:20 min, da werden ja selbst die 10:30 min schwer. Ein AK-Konkurrent setzt sich vor mich, das wird mir aber zu langsam, also wieder vorbei. Selber Tempomachen ist natürlich schwer. Motivation als der AK-Führende aussteigen muss und ich somit die AK anführe. Der andere aber direkt hinter mir. 2.000 m nach über 6:52 min. Ich stehe fast. 500 m vorm Ziel geht der andere wieder vorbei, ich versuche es zwar, kann aber nicht direkt dranbleiben, Luft ist raus. Nach 10:22,33 min erreiche ich erneut als Letzter der AK das Ziel, was trotzdem die Silbermedaille bedeutet. Das ist allerdings meine zweitschlechteste Zeit.

Die Ausflüge in die Halle machen dennoch immer wieder Spaß. Leider hatte ich mich nicht für die 400 m gemeldet, denn der einzige Starter benötigte 75 Sekunden, das kann ich auch.

Meine Tochter macht mir allerdings noch mehr Spaß: Sie startet 13 mal in der Halle und gewinnt davon 11 Disziplinen und wird die anderen beiden Male Zweite (Weitsprung). Vielleicht sollte ich mich auf den Betreuerjob konzentrieren…?

 

Die zurückliegenden Wochen

Das Jahr 2016 beendete ich mit dem recht anspruchsvollen Chemnitzer Silvesterlauf. Vermutlich waren meine Beine nach dem Heiligabend-Marathonlauf im Chemnitzer Stadtpark noch nicht wieder ganz locker. Denn vor diesem Marathon hatte ich eine erkältungsbedingte 7-tägige Laufpause einlegen müssen.

1 Woche nach dem Silvesterlauf startete ich beim 3. WK meiner Hallensaison (zuvor am 3. Dezember 1.000 m und 3.000 m bei den Chemnitzer Seniorenspielen). Im Rahmen des Jugendhallenmeetings war ich über 800m in der Männerklasse dabei. Leider waren wir mit 2 Läufern der U18 insgesamt nur zu viert. Nachdem einer in der Startaufstellung fragte, ob jemand unter 2:05 laufen will, war mir klar, dass ich wohl alleine rennen muss. Die ersten 100 m waren dann auch sehr schnell, weshalb ich gleich abreißen ließ. Das war so sicherlich nicht nötig, denn nun hatte ich den Rest allein zu rennen. Allerdings mussten alle 4 alleine laufen. 200 m – 35 s; 400 m – 71 s

Dann vertrödelte ich die 3. Runde mit fast 40 Sekunden ziemlich (600 m – 1:51 min). Der Abstand zu meinen Vordermann war gar nicht so groß, wäre ich mal gleich drangeblieben. Auf der 4. Runde war natürlich nicht mehr viel möglich, so dass ich mich nach 2:29,29 min gerade noch so unter 2:30 min ins Ziel rettete. Der Läufer vor mir hatte 2:25 min. Eine ganz knappe Bestzeit (von 2:29,89 min aus 2012) wurde es. Irgendwie hat es auch Spaß gemacht, es ist ja schnell vorbei.

 

Kontrastprogramm Winter!marathon Leipzig am 21. Januar 2017:

Erste Versuche, ein Team für unter 3 Stunden zu finden oder aufzubauen gelangen nicht, dann kam die kurze Erkältung dazwischen. Einen Aufruf in der Teambörse für „sub 3 h“ verkniff ich mir daher. Aber ich las zwei einzelne Läufer mit Ziel 3:15 h: Adrian und Anne. Mixed-Team wäre ja mal was Neues für mich und mit diesem Zeitziel hätte man sogar Chancen aufs Podest. Ich schrieb beide kurz vor Weihnachten an und unser Team stand schon 1 oder 2 Tage später. Passend zum Zeitziel schlug Anne den Namen „03/15“ vor. Mir wurde die Ehre des Teamkapitäns übertragen. Nun hieß es, bloß nicht krank werden. Dann kam der Schnee. Durch meine Informanten vor Ort konnte ich in Erfahrung bringen, dass die 5km-Runde schneebedeckt sein wird. Inzwischen hatte Anne ihre Zeit auf 3:20 bis 3:25 h gedämpft, was uns aber in der Mixed-Wertung immer noch Podestchancen bieten sollte.

Die Wald- und Wiesensportler gewährten mir großzügiger Weise einen Platz in ihrer Fahrgemeinschaft, obwohl wir ja direkte Konkurrenten sein würden. Somit war es eine sehr kurzweilige und amüsante Fahrt für mich. Vielen Dank nochmal an den Fahrer René.

Als ich die Startnummern abgeholt hatte, fand mich schon Anne und kurz danach gesellte sich auch Adrian zu uns. Kurzes Beschnuppern und ein paar Absprachen folgten. Ich konnte noch in Erfahrung bringen, dass wir in der Mixedwertung wirklich gute Siegchancen haben.

Endlich ging es zum Start, welcher mit ganz leichter Verzögerung erfolgte. Hoffentlich bin ich richtig angezogen. Es war frostig, aber sonnig.

Nach kurzem Einrollen zog Anne spürbar an, wir arbeiteten uns zügig nach vorn. 1. 5km-Runde 22:35 min. Wir müssten insgesamt auf Platz 4 gelegen haben. Anne ließ erstmal nicht locker; ich musste von Mütze auf Stirnband umsteigen, so warm war es mir geworden. Ich traute mich aber nicht, bremsend einzugreifen. Der hartgefrorene Boden war durch den großen Einsatz der Veranstalter größtenteils gut zu laufen, in den Kurven musste man freilich etwas aufpassen. Aber wie der Chef Ronald bei der Startansprache schon sagte, ist es ein Wintermarathon und man solle keine schwarzen Straßen für Bestzeiten erwarten. Nach der 2. Runde wusste man aber, wo man guten Grip hatte. Durch Freunde von Adrian wussten wir bald, dass wir schon 5 min Vorsprung in der Mixedwertung haben. Noch vor dem Halbmarathon hatte ich ein kleines, kurzes Tief. Fortan verpflegte ich mich ausgiebiger beim Rundendurchlauf. Halbmarathon las ich bei entsprechender Stelle mit Runde 1:39 h von meiner Uhr ab. Immer noch eine ausgezeichnete Zeit, obwohl wir schon etwas langsamer geworden waren.

Plötzlich standen meine Eltern an der Strecke, unglaublich. Die Sonne wärmte jetzt angenehm und ich war ganz froh, nicht an meine Grenzen gehen zu müssen. Anne fiel es mittlerweile etwas schwerer, sie kämpfte aber hervorragend. Auf der 8. (und letzten) Runde versuchte ich dann doch, Anne zu motivieren, denn ihr Mindestziel unter 3:30 h geriet langsam in Gefahr. 3:17:57 h für 40 km. Jetzt nur noch die kleine Schlussrunde. Matthi begleitete uns dabei. Ich trieb Anne jetzt verstärkt an. Dann war doch noch eine kleine Beschleunigung drin, so dass wir nach 3:29:06 h sehr glücklich das Ziel erreichten. Sofort bekamen wir den Zettel von der Zeitnahme und eine schöne Schneeflockenmedaille überreicht.

Danke an Anne, der schnellsten Frau des Tages, für diesen erfolgreichen Winter!marathon.

Bei der Siegerehrung bekamen wir dann jeder einen schönen Pokal und erste Präsente. Das Hauptgeschenk (ein wertvoller Hoody) schickte man uns dann sogar noch heim. Danke dafür und für den ganzen Lauf an die Veranstalter der LG eXa. Von 8 Wintermarathons war ich nun 6 mal dabei und im Ziel.

Bericht der Wald- und Wiesensportler

 

 

Rückschau November

Beim Werdauer Herbstmarathon am 13. November war ein Start fest eingeplant, ich entschied mich zum Glück gegen eine Voranmeldung, denn am Sonntagfrüh hatte ich starke Halsschmerzen, die einen Marathon bei Minusgraden nicht zuließen.

Am Donnerstag, 16. November, war ich für den Crosslauf in Geyer vorgemeldet. Trotz Schnupfens entschied ich mich für einen Start, da ich mich sonst nicht schlecht fühlte. Außerdem brauchte ich nur ein paar Punkte, um im Westsachsenlaufcup von Platz 4 auf 3 zu klettern. Leider war Platz 3 auch am Start und der Gesamtsieger. Ich startete also (mit 2 Langsarmshirts, Handschuhen, Halstuch und Stirnband) eher im Mittelfeld und versuchte ohne großen Kraftaufwand die 4 profilierten Runden zu überstehen. Ich schaute immer auf die Herzfrequenz, die zwar bergab schön sank, aber bergauf trotz leichten Trippelns schnell kletterte. Die letzte halbe Runde (flach und bergab) ließ ich es dann nochmal krachen, überholte die 1. Frau und noch 5 Männer. Mit 47:37 min war ich nur 2 min langsamer als letztes Jahr, wobei die Strecke dieses Jahr auch etwas kürzer war. Erstaunlicherweise hatte es für Platz 3 der AK gereicht, alles richtig gemacht. Zum Glück hatte ich gesundheitlich keine negativen Folgen.

mein Lauf bei strava

Am Sonnabend, 26. November, dann der Adventslauf Freiberg. Ich war noch nicht wieder richtig in Tritt gekommen, die Temperatur war um 0°C und die wellige 3 km – Runde (4 x zu laufen) hat es mitunter in sich. Ich hoffte auf bissl Was unter 48 Minuten. Auf der ersten Runde war ich natürlich etwas zu flott unterwegs, auf dem 3. km kam ich aber unserem Sebastian wieder näher, der heute Startläufer seiner Staffel mit seiner Trainingsgruppe Langsprint war. Auf den letzten 500 m versuchte ich ihn von hinten anzufeuern. 5 Sekunden vor mir übergab er an seine Staffelkollegin. Meine erste Runde hatte ich nach etwa 11:15 min absolviert. Gegen Ende der 2. Runde kamen leichte Zweifel auf, wie ich das hohe Tempo denn noch über 6 km durchhalten soll. Ein Läufer holte mich ein. Dadurch und weil Tino ganz knapp hinter mir war, war ich nun angestachelt. Durch den Zweikampf war ich abgelenkt und das Tempo hoch genug. Auf der 4. Runde konnte ich dann meinen „Gegner“ abhängen und mich auch von Tino absetzen. Ich glaube, mir gelangen sogar noch weitere Platzgewinne. In der Fußgängerzone sind es nur noch wenige hundert Meter bis zum Ziel. Hier erblicke ich zwischen den zu überrundenden Läufern noch einen Läufer einen Platz vor mir. Ich komme meterweise näher und beschleunige weiter, was er aber – ohne mich zu bemerken – auch macht. 150 m vorm Ziel setze ich alles auf eine Karte und sprinte den Rest (inkl. 90°C), es könnte ja einer meiner AK sein. 3 Sekunden bin ich vor ihm im Ziel. Diese Aktion muss ich ein paar Minuten Unwohlsein bezahlen. Mit meiner Zeit von 45:30 min war ich zufrieden, auch wenn ich vor 2 Jahren fast 2 min schneller war. Gesamtplatz 19, 5. M35

mein Lauf bei strava

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10 Jahre Marathon

Obwohl ich mir bereits im Herbst 2015 einen Start beim Frankfurt Marathon 2016 vorgenommen hatte, lief ich doch den Dresden Marathon am 23. Oktober . Die wohl endgültige Entscheidung pro Dresden fiel im August bei einem kleinen Trainingslauf im Großen Garten bei welchem mich meine Tochter auf dem Rad begleitete. Ich erzählte ihr, dass ich hier meinen 1. Marathon gelaufen bin, das war 2006. Ach, das sind ja 10 Jahre! Dieses Jubiläum sollte ich doch dann auch in Dresden feiern, bin auch schon lange nicht mehr hier gelaufen.

Am Tag vor dem Marathon gönnten wir uns die Extrafahrt nach Dresden, um die Startnummer abzuholen und über die Messe zu schlendern. Beim Stand des Dresdner Laufsportladens entdeckte ich mehrere Paare stark reduzierter Schuhe. 2 Paar Adidas mit Boost-Technologie weckten mein Interesse. Ich nahm nach kurzem Anprobieren und Überlegen einfach beide. Den Boston-Boost könnte ich doch eigentlich gleich morgen anziehen, oder? Ich hatte diesen schonmal im September bei einem Laufschuhtest getragen und für sehr gut befunden. Probleme mit neuen Schuhen hatte ich auch noch nie.

Am Renntag waren wir rechtzeitig wieder in Dresden. Mich plagte noch die Kleidungsfrage, da es doch recht kalt war und nur geringfügig wärmer werden sollte. Kurz bevor ich mich in Startblock A begab, entschied ich, auch auf die Handschuhe zu verzichten (Ärmlinge vorher schon abgewählt). Im Startblock traf ich noch einige gute Bekannte, so dass die Zeit schnell verging.

Hatte ich schon erwähnt, dass ich die ganze Zeit vergleichsweise relaxed war? Furchtbar! Und das hielt auch jetzt noch an als sich die Starter zur Startlinie zusammenschieben. Als endlich der Startschuss fällt, wird es natürlich hektisch und voll. Ich laufe direkt auf/neben einer Straßenbahnschiene, muss also etwas aufpassen. Bis zur Augustusbrücke sind noch zahlreiche Zuschauer am Rand, dann wird es ruhiger. Auf den nächsten Kilometern habe ich meine Mühe, das passende Tempo zu treffen. Will ich mich in kleinen Gruppen verstecken, wird mir es meist zu langsam (über 4:00 min/km). Allein bin ich dann eher zu schnell (3:50 min/km) und natürlich im leichten Wind. Bei km 6 gibt es einen kurzen, ordentlichen Anstieg. Durch die Neustadt ist dann wieder mehr Abwechslung, viele Zuschauer und teilweise private Beschallung. Das Feld zieht sich mehr und mehr auseinander. Wir erreichen die Stauffenbergallee, viel Wind, ich vorn. Im Anschluss rennen wir hinab durch den Waldschlößchentunnel, das ist ja cool. Vom Tunnelausgang schallt Trommlermusik, klasse. Nach dem Tunnel geht es logischerweise über die Brücke. Meine Uhr ist natürlich durch den Tunnel durcheinander gekommen und zeigt jetzt 300 m zu viel an. Beim Schild km 10 muss ich deshalb den Rundenknopf der Uhr drücken.

10 km 39:05 min – alles im Plan

Dann verpasse ich fast, ein Gel vor der VP zu nehmen, unnötiger Stress. Jetzt kommen die langen Geraden, man hat das Gefühl, nicht vorwärts zu kommen. Großer Garten wird teilweise um- und dann durchlaufen. Wieder lange Geraden. Auf km 18 Begegnungsstück wo es wirklich klappt, dass ich meiner ebenfalls im Rennen befindliche Mutter begegne. Auf dem Weg zum Terrassenufer gibt es wieder Wind und die Anstrengung wird größer. Ist das schon zu viel? Terrassenufer, unter der Augustusbrücke durch, oben stehen Frau und Tochter.

Links hoch auf die Brücke, Frau macht Foto, Tochter reicht Gel. Unbekannter Mann ruft Platz 22 zu. Sehr schön, das hatte ich erhofft. Wenn ich meine Tempo halten kann und 2 Leute einsammele, wäre das eine sehr gute Platzierung. Am Ende der Brücke gibt es die HM-Zeitnahme: unter 1:23 h (laut Urkunde 1:22:37 h). Immer noch genau im Plan. Zu dritt passieren wir den goldenen Reiter und rennen durch den Palaisgarten zum Elberadweg. Die anderen Beiden beschleunigen allerdings, was ich nicht will/kann. Nun stehe ich auf dem Radweg allein im kräftigeren Wind. Der Weg zieht sich bis zur Waldschlößchenbrücke, die Anstrengung wird noch größer, ich ahne Schlimmes. km 25 nach 1:38: 06 h (lt. Uhr), immer noch eine tolle Zeit. Über die Brücke und auf der anderen Seite drunter durch. Auf dem Käthe-Kollwitz-Ufer geht es jetzt zur Goetheallee, wo ich langsam eingehe. Es kommen die ersten Läufer von hinten vorbei. Wieder auf dem K-K-Ufer zurück zur Brücke – 30 km 1:59:xx h – und auf der Strecke der ersten Runde zum Großen Garten. Ich verliere Zeit und Plätze. Kurz vor dem Abzweig in den Großen Garten muss ich wegen eines Würgereizes kurz stehen bleiben. In dem Moment überholt mich Tino aus Limbach. Dranbleiben kann ich leider nicht. Ich versuche aber, das Tempo nicht ganz absacken zu lassen. Schadensbegrenzung. Als ich aber feststellen muss, dass ich jetzt keine Chance auf unter 2:50 h habe, ist die Moral natürlich im Eimer. Die Hoffnung, auf den letzten 3-4 km nochmal ordentlich zu laufen, kann ich nicht umsetzen, die Kraft fehlt. Jetzt zieht sich das Terrassenufer ewig, endlich die kurze Hucke vor dem Landtag, wenigstens sind hier jetzt paar Zuschauer. Links, rechts und lange Zielgerade, ich werde nochmal überholt. Ein kleiner Zielsprint ist dann trotzdem drin. Reichlich und sichtlich enttäuscht überquere ich die Ziellinie.

Eine 2:52er-Zeit ist natürlich nicht das, was ich wollte. Ich war mir sicher, dass ich mindestens unter 2:50 h laufen kann. Letztes Jahr waren die 2:54 h beim Rügenbrückenmarathon so locker.

Später hole ich mir die Urkunde und bekomme es scharz-auf-weiß: 2:52:32 h, Platz 33 Männer und 8. M35.

FeiertagsMarathon mit Delle

Laufkumpel Delle hat auf seiner Seite einen schönen Bericht über unseren gemeinsamen Trainingslauf am 31. Oktober geschrieben:

http://www.waldundwiesensport.de/index.php/strassenlauf/635-31-glauchauer-herbstlauf-2016-7-trainingslauf-rund-um-chemnitz-apfel-marathonlauf-2016

In Glauchau bin ich ebenfalls den HM gelaufen, mit 1:23:18 h war ich zwar etwas schneller, aber zufrieden bin auch ich nicht. Die Kraft für eine erhoffte Bestzeit war frühzeitig alle. Ich bin nahezu 21 km im Wind gelaufen. Platz 14 von 474 und 3. M35 sind dann aber ganz gute Zahlen. Bei der AK-Siegerehrung erhalte ich somit einen Pokal und eine kleine Holzfigur aus Handarbeit.

Seit 2006 bin ich somit durchweg den Glauchauer Herbstlauf gelaufen.

4. Tempel-Marathon Etsdorf

3. Oktober, 10:00 Uhr, 38,5 km – 306 Hm

Hinter dem Lauf steckt folgende Idee:

„In Erinnerung an die Schlacht von Marathon, zu Ehren der über 2500 jährigen Geschichte der Demokratie und zu Ehren des Tages der Deutschen Einheit. Die Laufdistanz entspricht der historischen Entfernung Marathon-Athen 38,5 km.“

Ausführlicher kann man das unter www.tempel-marathon.de und www.tempel-museum.de nachlesen. Im Wesentlichen geht es darum, in Etsdorf (einem Ortsteil von Freudenberg, Landkreis Amberg-Sulzbach) eine Glyptothek auf einem Hügel oberhalb des Dorfs zu errichten. Genau dort ist auch der Start der Läufe.

Nach meiner erfolgreichen Teilnahme bei der letzten Austragung in 2014 (Gesamtsieg) hatte ich durchaus auch dieses Jahr wieder Lust. Mit dem besonderen Hintergrund der Streckenlänge kann man sich auch mit dieser anfreunden, obwohl ich es nicht als Marathonfinish zählen kann (will). Außerdem gab es auch dieses Jahr an der Organisation wieder nichts auszusetzen.Bei der Startnummernausgabe bin ich überrascht, dass ich wieder die Nr. 8 habe, wie vor 2 Jahren. Außerdem bekommen wir unser Teilnehmershirt.

Die Läufer werden zum 1,3 km entfernten Start mit einem Bus gebracht. Oben angekommen, beginnt es wieder zu regnen. Man hat sich aber schnell daran gewöhnt. In der Vor-Start-Aufregung hat man ja auch andere Sorgen. Nach dem Start geht es steil bergab, es sind einige Läufer vor mir, hoffentlich keiner mit der grünen Marathon-Startnummer. Unten im Dorf angekommen, arbeite ich mich einige Plätze vor und dann geht es auch schon das erste Mal die Rangersgaß hoch zum Rundendurchlauf und Ziel. Hier warten auch die Radler von den Run&Bike-Teams. Ich habe aber genug Platz zum durchlaufen. Nun geht es auf die erste von 4 Runden. Jetzt zieht sich das Feld schon langsam auseinander. Die nächsten 2 Runden werde ich mich hauptsächlich mit einem Run&Bike-Team der Sparkassen-Runners duellieren. Diese machen sich (und zweimal auch mir) aber unnötig Stress, in dem beim Wechsel der Läufer immer aufs Rad springen will und dann kurz quer über die Strecke fährt. Da der Radfahrer schnell wieder an seinem Läufer dran wäre, hätte ich mir hier mehr Zeit gelassen.

Der Regen ist stellenweise sehr stark, es ist windig und kalt. Im Moment fehlt mir echt die Lust auf noch über 30 km. Ich hatte doch schon vor 2 Wochen Dauerregen in Eibenstock. Da es aber nicht gleichstark schüttet, habe ich mich irgendwann dran gewöhnt. Die 1. Runde ist dann auch schnell rum. Die Stimmung ist beim Rundendurchlauf sehr gut, aber schon 100 m später ist man wieder „einsam“ auf dem Radweg Richtung VP am Rand von Trisching. Die 2. Runde immer noch unterschiedlich starker Regen. Bei km 15 habe ich allerdings das Gefühl eines kleinen Tiefs. Dann scheint aber das 1. Gel zu wirken und es läuft wieder rund. Als wir wieder durch Etsdorf laufen, kommen Läufer von hinten, die jetzt auf den letzten Kilometern des 19,9 km-langen Halbmarathons sind. Ich nehme das Tempo an und lasse mich antreiben.

Und schwupps ist diese Runde vorbei und ich bin auf der 3. und vorletzten Runde. Das Tempo knapp über 4:00 min/km stellt immer noch kein großes Problem dar. Langsam lässt der Regen nach. Wieder durch Etsdorf durch geht es auf den Heibelrichtweg (die kleine Schleife Richtung Unterpennading). Weiter vorn sehe ich schon die Strümpfe meiner Mutter leuchten. Ist ja verrückt, ich überrunde sie nur etwa 50 m später als 2014, genau oben am höchsten Punkt dieser Schleife. Mittlerweile ist das Wetter auch sehr angenehm.

Ich habe natürlich schon länger gerechnet, was ich noch laufen müsste, um 2:45 h oder 2:40h am Ende auf der Uhr stehen zu haben. Aber warum jetzt ohne Not trödeln? Dann hätte ich nämlich nicht so schnell loslaufen dürfen. Also bleibe ich am Ball, will versuchen das Tempo halbwegs zu halten. Natürlich zähle ich gleichzeitig sehnsüchtig jeden km herunter. Mir wird jetzt stückweise sogar etwas warm. Endlich ist Etsdorf wieder erreicht. Beim Dorf-Durchlauf steht mein Vater mit meiner eigenen Iso-Flasche am Abzweig zum Ziel, aber ich habe ja noch die kleine Schleife zu laufen. Meine Flasche kommt daher genau zum richtigen Zeitpunkt. Vor 2 Jahren war mein Akku an dieser Stelle leer. Wenn ich jetzt noch weiter durchziehe, knacke ich tatsächlich noch meine 2:38er-Zeit von 2014. Daraufhin hatte ich zwar schon länger gerechnet, aber da durfte nichts mehr dazwischen kommen, kam auch nicht…

Herrlich am Ende noch so flüssig rennen zu können. Ein letztes Mal biege ich nach links auf die Rangersgaß ein, sozusagen die Zielgerade. Ich werde nochmal schneller, obwohl ich das gar nicht geplant hatte. Nach 2:37 h renne ich durch den Zielbogen. Ich brauche ein paar Gehschritte zum Durchatmen. Dann bitte otv.de schon zum kurzen Interview. Wann hat man schonmal so eine Ehre? Auch der Zielmoderator möchte kurz darauf noch mit mir reden. Ich gönne mir eine heiße Dusche im Sportlerheim Paulsdorf. Bei der großen Siegerehrung werde ich dann mit Goldmedaille und einem Olivenkranz geehrt:

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Dieser WK gibt mir Mut, beim Herbstmarathon in 3 Wochen ein offensives Zeitziel anzugehen. Ich denke (hoffe) nicht, dass er zu anstrengend war. Hätte ich natürlich gewusst, dass ich so einen großen Vorsprung haben werden, wäre ich eher nur auf Sieg gelaufen, dann hätte ich den Lauf noch mehr genießen können.

meine Aufzeichnungen bei strava

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