41. Leipzig-Marathon

Schon in den 5 Minuten in der Startaufstellung läuft mir der Schweiß die Stirn runter. Dann geht es endlich los. Es fühlt sich alles locker an. Position und Zieltempo (3:55 min/km) finden. Schon bald bin ich allein, aber das war mir vorher klar. KM 4 mit einer kleinen Streckenänderung wegen einer Baustelle.

Man, das Tempo liegt eher bei 4:00 min/km und der Puls dennoch etwa 5 Schläge zu hoch.

KM 7: Gegenwind, von hinten holt mich Stephan Gerber ein, der läuft mit 4:00 min/km langsamer als mein Plan, aber so kann ich immer mal im Windschatten laufen. Wir liegen auf Platz 17 und 18.

Die Atmung funktioniert auch nicht so, wie sie sollte. Mal sehen, was die offizielle 10km-Zwischenzeit bringt.

Die Ernüchterung kommt: 39:45 min, schon hier 30 Sekunden Rückstand und ich bin eher in der Halbmarathon-Belastung unterwegs. Beim folgenden Anstieg kann und will ich Stephan nicht mehr folgen. Es geht in die Wendepunktstrecke bei km 12. Hier kann man das Feld vor und hinter sich studieren: ganz schön viele Läufer hinter mir.

Es ist einfach zu zäh, mittlerweile auch zu warm und egal in welche Richtung windig. Mit zu viel Aufwand „quäle“ ich mich bis zur Jahnallee. Beim Überlaufen der HM-Zeitmessung leuchtet eine fette 1:25 auf meiner Uhr auf. Mir ist klar, dass die 2. Hälfte nochmal langsamer wird, aber wenigstens unter 3 Stunden sollte es doch sein. Dazu müsste ich ja nur 4:30 min/km rennen.

Meine Tochter gibt mir wie verabredet 2 Gels (die ich nicht mehr brauchen werde) und bekommt dafür von mir ein verschwitztes Küsschen, diese Zeit habe ich jetzt. Die führende Frau überholt mich. Zunächst kann ich das 4:30er-Tempo noch halten, doch in Höhe des Völkerschlachtdenkmals muss ich ein Stückchen gehen, bekomme nicht richtig Luft, die kümmerliche seitliche Bauchmuskulatur links krampft rum. Mal davon abgesehen, dass nicht viel mehr drin ist, fehlen jetzt andere Läufer zum Ziehen, dafür ist Leipzig dann doch zu klein.

Nach der Zwischenzeit bei 31,1 km überholt mich eine 6er-Gruppe, folgen kann ich ihr auch nicht. Dann wieder die Wendepunktstrecke. Erstaunlich laufen knapp vor mir einige Läufer, die ich 15 min vor mir wähnte. Mich überholt die 2. Frau. Hinter mir kommen auch nur vereinzelte Kämpfer.

Trotz Wärme und Wind komme ich irgendwie in einen vernünftigen Rhythmus. Ich überhole immer mal wieder einen Läufer(ca. 8 bis ins Ziel), von hinten kommt kaum einer. Unter 3 Stunden ist mittlerweile auch nicht mehr drin, das ist deprimierend. 1 km vor dem Ziel ist noch ein weiterer Läufer vor mir, ich sauge mich ran und auf der Zielgerade kann ich ihn noch überholen. Für eine Zeit unter 3:05 h muss ich dann nochmal etwas flotter rennen, schaffe es gerade so. 3:04:49 h, 28. Platz Männer + 2 Frauen, 5. M35.

meine Aktivität bei Strava

Nicht nur mir erging es so, viele andere Läufer sind auf der 2. Hälfte eingebrochen oder haben rausgenommen. Später habe ich noch erfahren, dass es noch nie so viele Abbrecher und Rettungswageneinsätze gab.

Für meinen 90. Marathon und länger und den 40. reinen Marathon hätte ich mir ein besseres Ergebnis gewünscht, aber es ging an diesem Tag gar nichts.

 

Osterspaziergang zum Fichtelberg (UltraLaufFichtelberg)

Bevor ich über den verkackten Leipzig-Marathon berichte, ziehe ich einen kleinen Bildbericht vom Karfreitag vor. Gemeinsam mit Juliane hieß das Ziel Fichtelberg. Jules Freund Thomas begleitete uns mit dem Auto, so dass die Rucksäcke leicht bleiben konnten.

9:00 Uhr Abmarsch an der Endhaltestelle AltchemnitzIMG_20170414_090228[1]

Rund 23 km an der Jugendherberge Hormersdorf

Kurz danach meldeten sich gesundheitliche Probleme bei Jule.

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Blick zum Pöhlberg

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Blick zum Scheibenberg, kurz vor Scheibenberg

Jule musste jetzt immer mehr kämpfen, da die Luft nicht mitspielte.

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Auf dem Weg durch Oberscheibe, dann durch den Wald bis zur Joachimsthaler Straße überlegte Jule, ob sie doch vorzeitig ins Auto steigt. Thomas stand letztmals an der Strecke, wir hatten nur noch 8 km (allerdings mit vielen Höhenmetern) vor uns. Ich versicherte Jule, dass wir jederzeit gehen könnten. So taten wir es dann auch.

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Gipfelsieg nach 6:27 h brutto (5:42 h netto in Bewegung) und 53,19 km mit 1.532 Höhenmetern:

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Ein schöner Lauf!

Vielen Dank an Thomas für die geduldige Begleitung!

Der März mit Citylauf

Im März habe ich es wieder geschafft, täglich zu laufen (seit 19. Februar). Da ich im Greif-Jahresplan den Joker auf den Leipzig-Marathon am 9. April gesetzt habe, war der März die heiße Phase. Allerdings stand für mich auch die Teilnahme über 10 km beim Citylauf Dresden am 19. März fest. Auf Nachfrage beim Planersteller sollte ich für Dresden den 10km-Einsatzplan nehmen. Dabei handelt es sich um einen Plan für diese eine Wettkampfwoche. Die Woche davor war eine ruhigere Woche im Jokerplan für Leipzig. Durch Dresden hätte mir zudem ein 35er (mit 12 km EB) gefehlt. Also zog ich die Woche vom 13.-19. März (ohne Rücksprache) einfach vor. Schließlich hatte ich Mitte Februar schon eine ungeplante 7km-Woche.

Insgesamt kam ich im März dann auf 502 km. Spektakulär war der 35er am 25. März, bei dem ich die EB von 15 km in 59:30 min schaffte, gezogen von Yvonne auf dem Rad.

 

Der Citylauf Dresden zuvor war wieder ein tolles Erlebnis. Dieses Jahr gab es einen Hauptlauf für Männer unter 40 min (und Frauen unter 45 min). So startete ich mit und direkt hinter verschiedenen „Stars“. Durch den Einsatzplan trainierte ich unter der Woche zweimal 10km-WK-Tempo und fühlte mich gut vorbereitet. Zu Beginn konnte ich gut die 3:30 min/km unterbieten. Der Wind hielt sich in Grenzen. Gegen Ende der 5km-Runde muss von der Elbe aus der Hasenberg „erklommen“ werden. Danach wurde mit klar, dass die Runde länger als 5km auf meiner Uhr ist. Ich blieb aber weiter dran und konnte das Tempo gut halten. Nach 8 km war der Landtag zum 2. Mal passiert und es ging wieder zum Terrassenufer runter. Ich überholte einen Läufer und saugte mich an die Gruppe mit Anna Hahner und meinem AK-Konkurrenten Marco Hofmann ran. Im Hasenberg konnte ich u. a. diese beiden überholen. Die Uhr meldete danach 10km in 35:07 min!

Leider war es noch ein Stück bis zur Ziellinie. Kurz davor schoss Marco wieder an mir vorbei. Gleichzeitig war meine Bestzeit 35:44 abgelaufen. So ein Mist!

Ich stoppte meine Uhr nach 35:53 min., war völlig fertig und doch etwas verärgert.

Auf der Ergebnisliste konnte ich dann lesen, dass ich netto 35:50 min gebraucht und damit Platz 53 bei den Männern und Platz 10 in der M35 belegt hatte.

Erst daheim erfuhr ich, dass ich bei der Landesmeisterschaft in der M35 Platz 4 belegt hatte, 1 Sekunde hinter Bronze und 2 hinter Silber. Und noch viel schlimmer: in der Netto-Zeit war ich schneller als beide. Ich hatte ich aber nicht gedacht, dass es beim Zieleinlauf noch um die Medaillen geht. Auch in der Mannschaftswertung M30-45 belegten wir Platz 4, aber mit viel Rückstand auf Bronze.

Der Versuch eine Streaks (täglich laufen)

Vom 31. Dezember 2016 bis zum 12. Februar 2017 gelang es mir, täglich zu laufen. 44 Tage mit 687 km. Am 13. Februar riss der Streak dann wegen Erkältung und Unwohlsein. Da es auch Urlaubsanreise war, fehlte mir dann die Kraft, wenigstens eine paar ganz wenige km zu joggen. In den nächsten Tagen kamen dann insgesamt 80 km auf Langlauf-Ski in Bayrischzell dazu. Ich hätte gern noch mehr gemacht, was aber kräftemäßig nicht ging. Somit endete 1. Woche der direkten Vorbereitung auf den Frühjahrsmarathon mit 7 Lauf-km.

 

Landeshallenmeisterschaften der Senioren (alte Säcke?)

Bereits am 4. Februar startete ich abermals in der Halle bei den Landeshallenmeisterschaften der Senioren. Mich reizten nochmal die 800 m; die 3.000 m sind sowieso Pflichtprogramm.

Zunächst 800 m:

1. Runde: 35 s

2.Runde: 71 s, fast etwas zu langsam

Nun hieß es, nicht – wie meist – nachlassen -> 1:48 min nach 600 m

Die 4. Runde ist hart und nicht optimal. Nach 2:26,78 min bin ich als Letzter meiner AK im Ziel (= Silbermedaille). Das ist neue Bestzeit, 3:03 min/km oder 19,62 km/h. Wären vielleicht doch 2:24 min (= 3:00 min/km – 20 km/h) drin gewesen?

Nur 2,5 Stunden später dann die 3.000 m. Die ersten 100 m liege ich vorn und fordere die anderen auf, endlich loszurennen. 1. Runde für mich in über 41 Sekunden. Ich komme nicht in Fahrt, bereits nach 500 m frage ich mich, wie ich mit den festen Oberschenkeln nochmal 12 Runden in dem Tempo rennen soll. Der erste Kilometer ist deutlich über 3:20 min, da werden ja selbst die 10:30 min schwer. Ein AK-Konkurrent setzt sich vor mich, das wird mir aber zu langsam, also wieder vorbei. Selber Tempomachen ist natürlich schwer. Motivation als der AK-Führende aussteigen muss und ich somit die AK anführe. Der andere aber direkt hinter mir. 2.000 m nach über 6:52 min. Ich stehe fast. 500 m vorm Ziel geht der andere wieder vorbei, ich versuche es zwar, kann aber nicht direkt dranbleiben, Luft ist raus. Nach 10:22,33 min erreiche ich erneut als Letzter der AK das Ziel, was trotzdem die Silbermedaille bedeutet. Das ist allerdings meine zweitschlechteste Zeit.

Die Ausflüge in die Halle machen dennoch immer wieder Spaß. Leider hatte ich mich nicht für die 400 m gemeldet, denn der einzige Starter benötigte 75 Sekunden, das kann ich auch.

Meine Tochter macht mir allerdings noch mehr Spaß: Sie startet 13 mal in der Halle und gewinnt davon 11 Disziplinen und wird die anderen beiden Male Zweite (Weitsprung). Vielleicht sollte ich mich auf den Betreuerjob konzentrieren…?

 

Die zurückliegenden Wochen

Das Jahr 2016 beendete ich mit dem recht anspruchsvollen Chemnitzer Silvesterlauf. Vermutlich waren meine Beine nach dem Heiligabend-Marathonlauf im Chemnitzer Stadtpark noch nicht wieder ganz locker. Denn vor diesem Marathon hatte ich eine erkältungsbedingte 7-tägige Laufpause einlegen müssen.

1 Woche nach dem Silvesterlauf startete ich beim 3. WK meiner Hallensaison (zuvor am 3. Dezember 1.000 m und 3.000 m bei den Chemnitzer Seniorenspielen). Im Rahmen des Jugendhallenmeetings war ich über 800m in der Männerklasse dabei. Leider waren wir mit 2 Läufern der U18 insgesamt nur zu viert. Nachdem einer in der Startaufstellung fragte, ob jemand unter 2:05 laufen will, war mir klar, dass ich wohl alleine rennen muss. Die ersten 100 m waren dann auch sehr schnell, weshalb ich gleich abreißen ließ. Das war so sicherlich nicht nötig, denn nun hatte ich den Rest allein zu rennen. Allerdings mussten alle 4 alleine laufen. 200 m – 35 s; 400 m – 71 s

Dann vertrödelte ich die 3. Runde mit fast 40 Sekunden ziemlich (600 m – 1:51 min). Der Abstand zu meinen Vordermann war gar nicht so groß, wäre ich mal gleich drangeblieben. Auf der 4. Runde war natürlich nicht mehr viel möglich, so dass ich mich nach 2:29,29 min gerade noch so unter 2:30 min ins Ziel rettete. Der Läufer vor mir hatte 2:25 min. Eine ganz knappe Bestzeit (von 2:29,89 min aus 2012) wurde es. Irgendwie hat es auch Spaß gemacht, es ist ja schnell vorbei.

 

Kontrastprogramm Winter!marathon Leipzig am 21. Januar 2017:

Erste Versuche, ein Team für unter 3 Stunden zu finden oder aufzubauen gelangen nicht, dann kam die kurze Erkältung dazwischen. Einen Aufruf in der Teambörse für „sub 3 h“ verkniff ich mir daher. Aber ich las zwei einzelne Läufer mit Ziel 3:15 h: Adrian und Anne. Mixed-Team wäre ja mal was Neues für mich und mit diesem Zeitziel hätte man sogar Chancen aufs Podest. Ich schrieb beide kurz vor Weihnachten an und unser Team stand schon 1 oder 2 Tage später. Passend zum Zeitziel schlug Anne den Namen „03/15“ vor. Mir wurde die Ehre des Teamkapitäns übertragen. Nun hieß es, bloß nicht krank werden. Dann kam der Schnee. Durch meine Informanten vor Ort konnte ich in Erfahrung bringen, dass die 5km-Runde schneebedeckt sein wird. Inzwischen hatte Anne ihre Zeit auf 3:20 bis 3:25 h gedämpft, was uns aber in der Mixed-Wertung immer noch Podestchancen bieten sollte.

Die Wald- und Wiesensportler gewährten mir großzügiger Weise einen Platz in ihrer Fahrgemeinschaft, obwohl wir ja direkte Konkurrenten sein würden. Somit war es eine sehr kurzweilige und amüsante Fahrt für mich. Vielen Dank nochmal an den Fahrer René.

Als ich die Startnummern abgeholt hatte, fand mich schon Anne und kurz danach gesellte sich auch Adrian zu uns. Kurzes Beschnuppern und ein paar Absprachen folgten. Ich konnte noch in Erfahrung bringen, dass wir in der Mixedwertung wirklich gute Siegchancen haben.

Endlich ging es zum Start, welcher mit ganz leichter Verzögerung erfolgte. Hoffentlich bin ich richtig angezogen. Es war frostig, aber sonnig.

Nach kurzem Einrollen zog Anne spürbar an, wir arbeiteten uns zügig nach vorn. 1. 5km-Runde 22:35 min. Wir müssten insgesamt auf Platz 4 gelegen haben. Anne ließ erstmal nicht locker; ich musste von Mütze auf Stirnband umsteigen, so warm war es mir geworden. Ich traute mich aber nicht, bremsend einzugreifen. Der hartgefrorene Boden war durch den großen Einsatz der Veranstalter größtenteils gut zu laufen, in den Kurven musste man freilich etwas aufpassen. Aber wie der Chef Ronald bei der Startansprache schon sagte, ist es ein Wintermarathon und man solle keine schwarzen Straßen für Bestzeiten erwarten. Nach der 2. Runde wusste man aber, wo man guten Grip hatte. Durch Freunde von Adrian wussten wir bald, dass wir schon 5 min Vorsprung in der Mixedwertung haben. Noch vor dem Halbmarathon hatte ich ein kleines, kurzes Tief. Fortan verpflegte ich mich ausgiebiger beim Rundendurchlauf. Halbmarathon las ich bei entsprechender Stelle mit Runde 1:39 h von meiner Uhr ab. Immer noch eine ausgezeichnete Zeit, obwohl wir schon etwas langsamer geworden waren.

Plötzlich standen meine Eltern an der Strecke, unglaublich. Die Sonne wärmte jetzt angenehm und ich war ganz froh, nicht an meine Grenzen gehen zu müssen. Anne fiel es mittlerweile etwas schwerer, sie kämpfte aber hervorragend. Auf der 8. (und letzten) Runde versuchte ich dann doch, Anne zu motivieren, denn ihr Mindestziel unter 3:30 h geriet langsam in Gefahr. 3:17:57 h für 40 km. Jetzt nur noch die kleine Schlussrunde. Matthi begleitete uns dabei. Ich trieb Anne jetzt verstärkt an. Dann war doch noch eine kleine Beschleunigung drin, so dass wir nach 3:29:06 h sehr glücklich das Ziel erreichten. Sofort bekamen wir den Zettel von der Zeitnahme und eine schöne Schneeflockenmedaille überreicht.

Danke an Anne, der schnellsten Frau des Tages, für diesen erfolgreichen Winter!marathon.

Bei der Siegerehrung bekamen wir dann jeder einen schönen Pokal und erste Präsente. Das Hauptgeschenk (ein wertvoller Hoody) schickte man uns dann sogar noch heim. Danke dafür und für den ganzen Lauf an die Veranstalter der LG eXa. Von 8 Wintermarathons war ich nun 6 mal dabei und im Ziel.

Bericht der Wald- und Wiesensportler