Beginn Trainingsplan Herbstmarathon

Heute startete ich in den 8-wöchigen Trainingsplan für den Herbstmarathon. Geplant ist der Dresden-Marathon am 23. Oktober. Dort werde ich 10 Jahre Marathon „feiern“, der erste Marathon war der Dresden-Marathon 2006, mit wenig Vorbereitung wurde es eine 3:50 h, aber der erste war geschafft.

Dieses Jahr habe ich bisher nur für Ultra trainiert, so dass ich in den 8 Wochen jetzt etwas Gas geben muss, also wirklich mehr Tempo trainieren. Deshalb habe ich mich für den Countdown vom Greif entschieden. Ich glaube, danach habe ich bis jetzt noch nie trainiert, wird also mal Zeit. Geplant sind erstmal 7 Einheiten je Woche. Die langen Läufe werde ich allerdings häufig bei Wettkämpfen absolvieren, weshalb der ein oder andere normale Dauerlauf eventuell ausfallen kann/muss.

Das Zeitziel für Dresden ist relativ klar: unter 2:50 h wäre schon schön. Die Bestzeit von 2:54:31 h lief ich letzten Herbst beim Rügenbrückenmarathon mehr oder weniger im Alleingang, bei Regen und nicht einfacher Strecke. Dabei hatte ich keinerlei Probleme mit dem Tempo. Diesen April schaffte ich dann 2:57:03 h in Leipzig, obwohl ich die 2 Sonntage davor auch jeweils einen Marathon (3:07 h und 3:06 h) gelaufen bin und zuvor nur einen langen Lauf nach mehreren Krankheiten in den Beinen hatte. Deshalb bin ich für den  Herbst zuversichtlich.

Und 2:48 h sind der 4:00 min/km-Schnitt…😉

100 km Leipzig – Kurzbericht

Die erste Rennstunde hat es noch geregnet, später wurde es immer heißer, so dass es schwülheiß war.
Die ersten 3 der 10km-Runden liefen sehr gut, aber schon von 35 – 40 km hatte ich meine erste Krise mit Magen und Kreislauf.
Nach einem Tief kommt meist wieder ein Hoch, so dass ich die Hälfte planmäßig in 3:46 h absolviert hatte.
Ich fühlte mich richtig gut und hatte Hoffnung, dass ich versuchen könnte, die 8 h zu unterbieten. 51er-Runden hätte mir jetzt gereicht.
Leider begann ab ca. km 70 der linke Fuß zu krampfen, was auch nicht mehr aufhören wollte. Dadurch musste ich Druck rausnehmen, denn ein gescheites Auftreten und Abrollen war nicht mehr möglich. Gleichzeitig hatte dies durch Schonhaltung negativen Einfluss auf den rechten Oberschenkelmuskel.
Dennoch hatte ich mich nach 90 km auf Platz 8 gesamt vorgearbeitet (nach 30km auf Platz 15).
Der Landesmeistertitel war mir nun sicher. Leider musste ich 2 andere Läufer passieren lassen. Auf dem letzten Kilometer (4:38 min) konnte ich doch nochmal etwas flüssiger laufen und unter 8:10 h bleiben. Mit 8:09:38 h (4:54 min/km) bin ich meine zweitschnellste Zeit gelaufen, was ich vor dem Lauf nicht für möglich hielt.
Es war der 4. LM-Titel insgesamt, der 3. in Folge.
Der 2. Platz M 35 in der DM ist sicherlich mein größter Erfolg bisher.

Adelsberglauf

Am 18. Juni hieß es wieder Adelsberglauf. 2005 war die 4,8 km-Strecke mein allererster Lauf-WK. Ich kehrte aber erst 2010 zurück und starte seitdem auf der 19,8 km Variante.

Ich lief zum Start, was rund 6,5 km waren. Leider war es irgendwie sehr warm für mich, das kann ja heiter werden. Bis zum Start hatte sich das Wetter etwas läuferfreundlicher gebessert.

Nach dem Start geht es leicht ansteigend die Adelsbergstraße hoch, wo ich zunächst gut unterwegs bin. Doch schon an den folgenden Anstiegen am Schösserholz sieht das anders aus. Zum Glück geht es danach erstmal lange bergab in Sternmühlental. Hier kann ich sogar ohne großen Aufwand einen Platz gutmachen. Doch sogleich kommt der nächste Anstieg, geht noch. Oben auf dem kurzen, ebenen Stück nehme ich das mitgeführte Gel, denn es wird ja nicht leichter. Der steile Geröllabstieg wird von Jahr zu Jahr schwieriger zu laufen. Dann folgt der schöne Waldpfad, hier verliere ich 2 Plätze, was solls, mehr geht gerade nicht.

In der Linkskurve bekomme ich Platz 10 durchgegeben. Jetzt geht es parallel zum Bach das Sternmühlental wieder aufwärts. Es wird schwerer. Nach der Wasserstelle kommt der 1,5 km lange Anstieg Richtung Adelsberg. Ich habe zwar keine Kraft, aber die 2 vor mir kommen kaum weg. Vor der 2. Wasserstelle geht es mal kurz bergab, wo ich einen Platz gutmachen kann. Wasser und wieder hoch, am Feld entlang und an dessen Ende ganz fies hoch. Ich kann meinen Platz behaupten. Wieder leicht abwärts zur Straße vor, selbige dann Richtung Adelsbergturm und rechts runter in den holprigen Feldweg. Blick nach hinten: da sind gleich mehrere Läufer, die mir noch gefährlich werden könnten, also nicht nachlassen. ich passiere einige Walker, der andere Läufer vergrößert seinen Vorsprung. Dafür komme ich Georg in auffälligem Grün näher.

Unten über die Straße und der letzte kleine Anstieg hoch zum Balzacweg. Na, viel ist in meinen Beinen jetzt nicht mehr drin. Die 2 vor mir gut in Sichtweite, allerdings kaum Raumgewinn. Endlich unten auf der Adelsbergstraße angekommen geht es jetzt straff dem Ziel entgegen. Robert Walker vom LVL meint, ich könne den vor mir noch packen. Ich winke aber ab. Dann steht mein Teilzeittrainingspartner Micha mit Rad am Straßenrand und gibt mir den entscheidenden Ansporn. Direkt vorm Abzweig auf die Cervantesstraße kann ich an Georg doch noch vorbeigehen, hoch zum Sportplatz ist Micha wieder da, feuert mich an und gibt mir Sicherheit, dass der Vorsprung groß genug ist. Ab durchs Tor auf den Fussballplatz. Die letzten 100 m kann ich es jetzt ausklingen lassen, d. h. ich muss schon rausnehmen, da der Zwischenspurt heftig war. Deshalb brauche ich auch sehr lang zum Erholen.

Mit 1:19:38 h war ich wenigstens noch unter 1:20 h im Ziel, allerdings musste ich mich für schnellere Zeiten schon weniger anstrengen.

Platz 8 gesamt und 2. in der M35

Ergebnisse

Die gemessene Streckenlänge waren nur 18,52 km bei 407 Höhenmetern.

https://www.strava.com/activities/613326540/embed/d10eca4f1e16269f6ee539bd211b76792540a056

 

 

 

44. Rennsteiglauf – mein 9.

Zeitraum zwischen Leipzig-Marathon und Rennsteiglauf sind 4 Wochen. So ganz ausgekotzt habe ich mich in Leipzig nicht, da müsste ich nach ein paar ruhigen Tagen nochmal schön für den Rennsteig trainieren können, brauche noch Höhenmeter. Gleichzeitig haben wir Yvonnes Startplatz beim Rennsteig an Peggy übertragen. Somit wird mich Yvonne beim Rennsteig nur im Auto begleiten.
4 Tage nach Leipzig bin ich mit dem schnellen Michael Kämpf auf einer Runde über den Chemnitzer Pfarrhübel unterwegs. Im Oberschenkel hinten links zieht es ein wenig, wie die letzten Tage, bestimmt Folge des Marathons bei kühlen Temperaturen. Der Zug im Muskel wird aber immer stärker und im seichten Anstieg zum Sportforum muss ich 200 m davor stehenbleiben. Es fühlt sich an, als würde bei weiterer Belastung was reißen. 2 Laufversuche an den folgenden Tagen werden nach 3 bzw. 3,5 km beendet. Auch meinen Start beim Oederaner Lauftag muss ich somit absagen. Trotz kompletter Laufpause habe ich nicht das Gefühl der Besserung. Dann steht sogar mein Start bei „Rund um Chemnitz“ am 7. Mai auf dem Spiel. Am Nachmittag davor geht es in nagelneuen Schuhen (geplant für den Rennsteig) auf eine leichte Testrunde. Naja, RuC kann ich zumindest angehen, muss kleine Schritte machen und hoffen, dass es bei dem vergleichsweise niedrigem Tempo (6:30 min/km) lange gut geht.
Etwas mulmig mache ich die ersten Schritte, schön kurz und vorsichtig. Aber jetzt schmerzt erstmal der untere Rücken ganz ordentlich, was ist da los? Das gibt sich aber allmählich wieder und das andere Problem ist auch aushaltbar. Bei der Mittagspause frage ich den mitlaufenden Physio René, ob er mir irgendwie helfen kann. Kann er, seine Vermutung ist richtig und eine kleine Übung nach dem Mittagessen bringt Schmerzfreiheit für den Rest des Tages, sodass ich die rund 62 km mit 1.000 Hm zu Ende laufen kann.
Na gut, dann muss ich eben meine Ansprüche für den Rennsteig weiter senken. Obwohl unter 6:30 h wäre schon schön, habe ich 4-mal geschafft und letztes Jahr mit ebenfalls mittelmäßiger Vorbereitung relativ sicher.

Die Nacht im Hotel ist für mich eher unruhig, ist aber immer so. Gegen 5:15 Uhr sind wir dann auf dem Markt in Eisenach. Wir treffen noch viele Freunde und Bekannte. T-Shirt sollte heute ausreichen, denn es sind jetzt schon 12°C, es soll trocken bleiben und noch wärmer werden. Dann schaffe ich es ziemlich weit nach vorn im Startbereich. Kraxi aus der Steiermark kommt dazu, durchs Schwatzen vergeht die Zeit bis zum Herunterzählen schneller.

Auf den ersten Kilometern arbeite ich mich vorsichtig nach vorn, immer wieder von Bekannten umgeben. Nach 7 km biegen wir auf den Rennsteig ab, wie immer viele Leute mit viel Lärm. Ich bin im Fahrplan des letzten Jahres, 10 km knapp unter 50 min. Teilweise läuft mir das Wasser runter, da die Luftfeuchte hoch ist. An der ersten großen Verpflegung nach 17 km nehme ich reichlich Haferschleim, lecker und gut. Nun werden die Anstiege steiler und länger, meine Beine sind alles andere als locker. Ich beschließe, an den Bergen deutlich rauszunehmen, um auf dem letzten Drittel nicht völlig einzubrechen. Mit deutlicher weniger Druck läuft es sich auch gleich entspannter, wobei es eine Weile braucht, bis mich die viele Überholer nicht mehr stören. Nach 23 km spaziere den Anstieg am Dreiherrenstein fast schon hoch. Hier überholt mich erst Ronald Speer und Kraxi. Ursprunglich muss ich also mal weit vorn zwischen 20 und 40 gelegen haben.

Die Zeitnahme auf dem Gr. Inselsberg löse ich nach 2:15:45 h aus, 4:58 min hinter der Zeit aus 2015. Ich finde, dass hält sich noch im Rahmen. Unten am VP erwarte ich das erste Treffen mit Yvonne. Ich teile ihr kurz mit, dass die Berge nicht „laufen“ und ich deshalb langsamer sein werde. Spätestens hier müsste sich mein Ziel „6:59 h“ verfestigt haben. Ich versuche, dort wo es möglich ist, flott zu laufen. Nach km 30 checke ich, dass der Läufer in weißem T-Shirt und Vollbart Axel Teichmann ist. Seit km liefen wir im ähnlichen Bereich. Ich bin dann ein Stück neben ihm und hätte ihm fast erzählt, dass ich vor 4 Wochen ein Stück neben Tino Edelmann lief. Mit einem Kumpel setzt er sich dann aber an einem Anstieg ab. Ich habe einen schönen Rhythmus gefunden und komme nach 3:17:41 h an der Ebertswiese (37,5 km) an. Jetzt sind es schon 9:03 min Rückstand zu 2015. Mittlerweile ist es schon spürbar wärmer geworden, ich brauche viel Flüssigkeit und natürlich Heidelbeersuppe, wie der Schleim hier beworben wird. Ich tausche noch eine paar Worte mit Thomas Müller aus und wandere den Anstieg hoch, nicht ohne den Abzweig in den Spittergrund zu würdigen, der beim ThüringenUltra zu laufen ist. Jetzt werde ich aber zu Hauf überholt. Ich muss das allerdings ausblenden; 6:59, 6:59, 6:59 lautet mein Mantra.

Dann steht Yvonne oberhalb des VP Nesselhof an der Strecke, kurzer Zustandsbericht, ein Schluck kaltes Iso, weiter. VP und dann dieser nervige Anstieg, wandern, überholt werden, doppelt nervig. Kurz danach wieder runter und Marathondistanz absolviert, keine Zeit zur Freude, jetzt der böse Sperrhügel. Viele Wanderer, ich kann auch nur hinauf wandern, mit noch weniger Druck als letztes Jahr. Oben läuft es etwas besser, am VP nach 45 km trinke ich wieder viel, jetzt wird es etwas eintönig. Heute keine Pfützen auf diesem Abschnitt, erstmals (?) bei meiner 9. (!) Teilnahme. Mir ist warm, aber die Unterarme sind meist kühl, merkwürdig. 6:59, 6:59, 6:59, nicht zu sehr trödeln. Ich komme langsam aber flüssig voran. Trotzdem zieht es sich, ehe nach einer weiteren Getränkestelle, der Grenzadler langsam in die Nähe kommt. Die Zeitnahme löse ich nach 5:02:07 aus, 17:49 min hinter 2015. Nach der Straßenquerung steht Yvonne an der Hütte, welche beim Rennsteig-nonstop als VP bei km 105 dient. Danach komme ich den fiesen Anstieg gut hoch, dann das Rondell. Die nächsten kleinen Anstiege tun auch weh, es ist warm. Dann sind am VP Sommerswiese schon mal 60 km im Sack. Der Weg von dort bis zum Schlussanstieg Gr. Beerberg lässt sich immer noch schlecht laufen, den anderen geht es aber auch nicht besser. Den Beerberg selbst kann ich dieses Jahr auch nicht hochrennen. Ich fühle mich immer noch nicht sicher unter 7 Stunden im Ziel.
Dann komme ich aber doch ins Rollen und mache die erste Plätze gut. Streckenkenntnis zahlt sich auch aus. Reserven muss ich ja auch nicht mehr übriglassen. Dazwischen noch VP Schmücke nach 6:01:49 h (20:25 min langsamer als 2015), hier nochmal viel Cola.

Nach 69 km ist der letzte Anstieg geschafft, was ich einem anderen Läufer mitteile, der sich darüber zu freuen scheint. Nochmals etwas Wasser und dann geht es die breiten Wege entlang der Wanderer hinab gen Schmiedefeld. Es ergibt sich, dass ich hinter einem Läufer bin, der mich vor längerer Zeit überholt hatte. Wir spornen uns gegenseitig an und werden immer schneller. Der 71. km dauert nur 4:09 min. Nach der nächsten scharfen Linkskurve steht Yvonne mit dem großen Rucksack, sie meckert, dass ich ja nun doch viel zeitiger sei. Der letzte km ist angebrochen, es geht die schmalen Wege entlang, viele Wanderer, tolle Stimmung. Der andere Läufer von eben überholt mich nochmal. Dann die Straße, welche in die Zielgasse mündet. Der Zieleinlauf ist wie immer toll und dann bin ich tatsächlich brutto noch unter 6:46 h im Ziel.
Mit dieser Zeit und dem Rennverlauf bin ich zufrieden und kann den restlichen Tag und Abend genießen.

85 Wettkämpfe mit mindestens Marathondistanz (48 x Ultra)

Von der Schmücke ins Ziel habe ich nur 44:01 min gebraucht, 2015 waren es 43:23 min.
Am Ende belege ich Platz 81 + 5 Frauen und Platz 15 in der M35.

Zwischenplatzierungen:
Inselsberg: 81
Ebertswiese: 87
Grenzadler: 108
Schmücke: 97
Ziel: 81
Je nach Sichtweise habe ich entweder zwischendurch gebummelt oder mir mein Rennen clever eingeteilt.

Damit war mein Frühjahr der Klassiker beendet:
47. Göltzschtallauf38. Werdauer Waldlauf40. Leipzig-Marathon44. Rennsteiglauf

Langer Lauf + 2 kurze WK

Letzten Sonntag (5. Juni) muss endlich mal wieder ein langer, bergiger Lauf gemacht werden. Deshalb lief ich nach Annaberg-Buchholz. Mein Ziel war der Pöhlberg. 2012 lief ich diese Strecke schon mal, erreichte aber wegen schlechter Zeitplanung den Gipfel nicht. Diesmal plante ich ausreichend Zeit ein und nahm fast 3 Liter Wasser im Rucksack mit, da ich auf den zu absolvierenden mind. 45 km nur schwer Nachschub werde holen können.

Zunächst geht es längs durch Chemnitz, es ist schon ordentlich warm. Vorbei am Sportforum, runter nach Erfenschlag und dann hinauf „Am Gutsberg“ ist die erste lange Wanderpassage nötig. Hier ist es sehr steil. Vorbei an der Pappel nach Berbisdorf, hinüber nach Eibenberg. Von dort hinunter nach Kemtau. Ich nehme einen Feldweg und schieße mir einen Stein an den linken Knöchel, aua. Unten bin ich auf dem Zwönitztalwanderweg und komme nach Einöd und Kamerun, wo ich die Zwönitz überquere und anschließend einen langen Waldpfad hinauf wandere. Mir ist es einfach zu feucht. Irgendwann bin ich endlich oben und kann hinab nach Gelenau rennen. Kurz vorm Freibad mache ich eine größere Getränkepause. Kurz durch Gelenau und rüber nach Spinnerei. Dort geht es in den feuchten Wald auf einer neuen Route. Diese führt mich nach einiger Zeit auf den Planetenwanderweg oberhalb der Sternwarte Drebach. Nun benötige ich etwas Stehvermögen, da sich ein kleines Tief anbahnt. Ich lege Gehpausen ein und motiviere mich mit den überschaubaren Restkilometern. Der Blick Richtung Zielgipfel verrät allerdings aufziehendes Gewitter. Nach diesem zähsten Abschnitt erreiche ich den „Kalten Muff“ oberhalb von Neundorf. Die Temperatur ist jetzt angenehmer. Über den Heideweg komme ich zur „Petroleuminsel“ und mache an einem Grillplatz kurz danach die zweite große Getränkepause. Nur noch rund 8 km dürften es sein. Dann durch Wiesa über die Zschopau und gegenüber die „Alte Annaberger Straße“ hinauf, steil, ich wandere. Es wird kühler. Über Annaberg und dem Pöhlberg donnert es. Ok, dann werde ich abkürzen und den Pöhlberg direkt ansteuern, anstatt von hinten aus Richtung Köngiswalde „aufzusteigen“. Auf dem 40. km macht dann der rechte Oberschenkel hinten zu. Das gleiche Problem wie in der Woche nach dem Leipzig-Marathon auf der linken Seite. Somit sind erstmal nur kurze Schritte drin. Auf den Online-Karten sind kleinere Weg Richtung Pöhlberggelände eingezeichnet. In Wirklichkeit ist hier mittlerweile alles verbaut. Das bringt mir ca. 400m extra, kann ich gerade gar nicht gebrauchen. Vorbei am Wildgehege geht es dann in den Schlussanstieg. An einer Bank versuche ich den Muskel durch Lockerung und Dehnen wieder freier zu bekommen. Scheint zu helfen, denn wenig später geht es auf die alte Bobbahn und dort lasse ich mühelos eine Gruppe von mind. 8 MTBern (Stoneman-Fahrer) stehen. Durch die Abkürzung erreiche ich den Gipfel leider nach weniger als 42 km. Aber ich muss ja wieder runter nach Annaberg. Nach dem Verzehr der letzten Wassertropfen mache ich mich an den Abstieg (wie Aufstieg). Ein paar Regentropfen erfrischen. Ich steuere erstmal die Tennisanlage an, da heute die einzige Mannschaft des Annaberger TC Punktspiel hat. Leider sind die aber schon beim Doppel und ich kann nur mit dem nicht spielenden Vereinsvorsitzenden ein paar Worte wechseln. Nach weiteren 1,5 km erreiche ich mit der elterlichen Wohnung das letzte Ziel und die dringend nötige Dusche.

45,8 km mit 1.176 Höhenmetern sind geschafft, das Tempo war mit 6:15 min/km bissl lahm, aber angesichts des schwülwarmen Wetters ausreichend.

mein Lauf bei strava

 

Am Freitag (3. Juni) startete ich beim Steinberglauf in Erfenschlag. Eine kleine schnörkellose Veranstaltung mit einem Lauf über 3 Runden, mit jeweils einem knackigen Anstieg. Ursprünglich wollte ich zum Start laufen, verzichtete aber wegen der Gewitter den ganzen Tag darauf und saß natürlich bei bestem Laufwetter dann im Auto. Mit Ingo lief ich die Runde schon mal ab, gute Bedingungen. Pünktlich zum Start setzte leichter Nieselregen ein. Die Hoffnung war, Sebastian auf seiner Runde zu pushen oder zu ziehen, damit er möglichst weit vorn ins Ziel kommt. Er ist auch direkt hinter mir. Im Anstieg geht er sogar vorbei. Am höchsten Punkt setze ich mich wieder davor. Leider muss er im Wald und auf dem folgenden Feldweg etwas abreißen lassen. Er liegt aber dennoch in Führung des 3,6 km-Laufs. Das bleibt auch bis zum Ziel so, was ich mit einem Blick nach hinten beim Passieren des Fussballplatzes registriere. Nun bin ich schon auf der zweiten Runde und kann mir über mein Rennen Gedanken machen. Ich liege auf Platz 5, 2 Läufer mit je 50 m Abstand vor mir. So kann es ruhig bleiben und schon ist die 2. Runde rum. Aber andererseits könnte ich wenigstens noch René im Aue-Trikot überholen. Zu Beginn der 3. Runde geht es wieder steil bergab und ich laufe ran. Unten im leichten Anstieg zum Freibad gehe ich vorbei und habe erstmal Vorsprung. Vor mir André auf Platz 3. Der ist auch sehr stark. Doch komme ich Meter um Meter näher. Im richtigen Anstieg gehe ich sogar die letzten Meter, um Kraft zu sparen. Auf dem nicht mehr ganz so steilen Feldpfad kann ich wieder besser laufen. Allerdings merke ich, dass René wieder näher gekommen sein muss. Jetzt heißt es, den 4. Platz zu verteidigen. Dadurch bleibe ich natürlich auch an Platz 3 dran. Wir erreichen die ersten Häuser von Erfenschlag, wo André plötzlich Platz macht. Na gut, da muss ich halt vorbei. Wir laufen quasi gleichzeitig um die letzte Linkskurve, nach der es nur noch bergab geht. Ich bin fertig, soll er doch vorbeigehen. Macht er aber nicht. Kurz bevor mir rechts abbiegen, ziehe ich nochmal an und nutze die Innenbahn in der Kurve. Sprint bis ins Ziel, doch noch Gesamtdritter, total erledigt, Heimlaufen abgesagt.

42:53 min ist keine tolle Zeit. Für den 3. Platz bekomme ich einen schönen Pokal und einen Gutschein für eine kleine Laufanalyse. Da hat sich die Anstrengung in Runde 3 doch gelohnt. In der AK 30-39 war es Platz 2.

mein Lauf bei strava

 

Am Sonnabend davor (28. Mai) waren wir beim neuen Limbacher Marktlauf „Rund um den Schafteich“. Auch hier lautete mein Plan: zum WK-Ort hin- und zurücklaufen. Sanna startete 2 h vor mir, so dass ich mich sehr zeitig auf den Weg machen musste, dadurch bis zu meinem Start bissl mehr Zeit hatte. Auf teilweise schöner Strecke lief ich bei ziemlicher Wärme die 14 km nach Limbach und erreichte gleichzeitig mit der Familie (im Auto) das Waldstadion. Nach dem Sanna ihren 1 km und Sebastian auf der 5er-Runde unterwegs waren und ich mich nochmal 2 km eingelaufen habe, starte ich dann 16:00 Uhr beim 10,6 km Hauptlauf. Nur 1 Woche nach dem Rennsteig wird das jetzt interessant.

Auf den ersten 500 m ist es noch ziemlich voll und ich nicht sehr weit vorn. Aber dann sortiert es sich ein und nach etwa 1 km bin ich hinter Vereinkamerad Thomas. Das scheint mir nicht die schlechteste Option zu sein, ich versuche in seinem  Windschatten Kraft zu sparen. Mit Armin kommt der nächste aus meinem Verein, hat aber schnell etwas Vorsprung. Dann geht es auf Asphalt mal leicht abwärts, so dass wir uns zusammenfinden. Meine Herzfrequenz ist so hoch, dass ich selbst im Windschatten Mühe habe und mich frage, wie lange ich hier noch dranbleiben kann. Von außen muss das cool aussehen, wenn 3 Läufer eines Vereins direkt hintereinander rennen. Direkt beim Rundendurchlauf überholen wir René im Aue-Trikot und setzen unsere Hatz zu dritt fort. Auf der 2. Runde kann ich mich an keine Besonderheiten erinnern. Wir rennen weiter in der Reihenfolge Thomas, ich, Armin. Als wir dann dem Ziel näher kommen, beschleunigt Thomas nochmal deutlich. Ich kann nicht folgen, Armin ein paar Meter hinter mir. Endlich der Stadioneingang und nochmal 150 m auf der Tartanbahn. Mit 40:17 min bin ich unter den Bedingungen sehr zufrieden, nur 23 Sekunden langsamer als letztes Jahr, als ich viel fitter war. Gesamtplatz 12 (von 193) und 2. AK M35 sind auch zufriedenstellend. Mit einer durchschnittlichen Herzfrequenz von 177 war ich ziemlich am Limit. Das Heimlaufen hatte ich deshalb schon während des WK abgewählt. Als wir dann zu dritt die Runde nochmals abliefen, hat das auch gereicht.

mein Lauf bei strava

40. Leipzig-Marathon

Letztes Jahr war ich für den Leipzig-Marathon angemeldet, konnte dann aber wegen einer Krankheit nur vom Streckenrand zuschauen. Dieses Jahr war ich gar nicht erst angemeldet und hatte eher auf einen Start am Sonnabend (23. April) beim Bleilochultra spekuliert.

Dann verschenkte Eric ( https://schnellebeine.com/ ) seinen Leipzig-Startplatz via twitter. Nach einigen Überlegungen „angelte“ ich mir diese Startnummer. Für die über 1.000 Höhenmeter rund um das Bleiloch fühlte ich mich eh nicht ausreichend trainiert. In Leipzig startet außerdem meine Mutter. Die Ummeldung der Startnummer klappte auch problemlos und war kostenfrei. Nach den 3:06 h in Werdau vor einer Woche hatte ich auch bezüglich der Zeit so eine Idee…

Wir waren ausreichend zeitig in Leipzig, konnten in Ruhe die Startunterlagen abholen, Start-Ziel-Bereich begutachten und letzte Absprachen treffen. Noch war es sehr sonnig und dadurch gar nicht so kühl. Ich entschied mich für zwei normale Shirts und Ärmlinge, obwohl die Wettervorhersagen nicht gut waren. Wie die ganze Zeit schon traf ich auch in der Startaufstellung noch sehr viele Bekannte.

Mit dem Plan 4:06 min/km zu laufen begann ich das Rennen. Schnell war ich relativ weit vorn, um mich herum war es mir aber zu unrhythmisch. Deshalb schloß ich zu Lauffreund Christian Jakob (4-facher bayerischer Meister 100 km) auf, obwohl er mir vorher gesagt hatte, im 4er-Schnitt loslaufen zu wollen. Weitere Bekannte grüßten von den Streckenrändern. Nach vielen Jahren mal wieder ein Stadtmarathon für mich. Ein Veranstalterauto mit Uhr und ein weiteres mit Kamera waren vor uns. Wir wunderten uns darüber. Kurz darauf lief die führende Frau (Laura) in unserem Windschatten. Mit ihr kamen noch 3 Begleitfahrräder und ein paar Läufer dazu. So wurden Christian und ich ungeplant zu Tempomachern. Das fühlte sich gut an und machte die Anfangsphase kurzweilig. Nach 5 km der erste kleine Graupelschauer, hoffentlich geht das nicht so weiter.

Der Trainer von Laura auf dem Rad ermahnte sie immer wieder, dass es zu schnell sei. Sie fühlte sich aber gut.

Aha, das Messezeichen und dann das Völkerschlachtdenkmal. Noch eine 3. Auto, hier ist was los. Aber schön kurzweilig, immer noch 4er-Schnitt. Nach 8 km geht es scharf rechts und wir stehen im Wind. Links das Bruno-Plache-Stadion. In unserer Gruppe ist auch Jörg Matthé, ein in Leipzig allseits bekannter Läufer und Leipzig-Marathon-Gewinner. Ich gehe aus dem Wind nach links raus, um mich wieder in der Gruppe zu verstecken. Ich bin schließlich der schlechtesttrainierte Läufer hier und muss meine Kraft einteilen. Wir laufen etwas ruhigere Straßen entlang, dann eine Gewerbegebiet mit mehreren Autohäusern und einigen Zuschauern und einer 180°-Wende, 12 km geschafft. Bald danach laufen von hinten mehrere Läufer auf. U. a. sind Benjamin Lindner und Lennart Sponar dabei. Es entsteht eine 15-20 Mann große Gruppe, herrlich. Allerdings muss man echt aufpassen, wo man hintritt, sowas bin ich ja gar nicht gewöhnt, macht aber Spaß. Dann merke ich, dass Tino Edelmann neben mir läuft. Nach einigen km setzen sich mehrere Läufer nach vorn ab. Mein Kommentar zu Christian „wir wurden soeben von Tino Edelmann überholt“. Man kann wieder etwas einfacher laufen. Meine Anstrengung steigt aber langsam an. 19 km: die Zuschauer nehmen zu. 20 km: mir wird das zu gefährlich, ich lasse mich ganz allmählich zurückfallen. Auf der Jahnallee Richtung Start-Ziel sind viele Zuschauer. Die Gelaufnahme von meinem Vater klappt auch problemlos.

Zu Beginn der 2. Runde bin ich aber somit allein. Von hinten höre ich einen Läufer näher kommen und mich auch alsbald überholen. Nach dem Rennen stelle ich fest, dass dies Jürgen Steiner war, über dessen tolle Leistungen ich immer wieder „stolpere“.

Nun muss ich allein die Prager Straße entlang rennen, allein im Wind und allein die kleinen Anstiege hoch. 2:59, 2:59 geht es durch den Kopf. Nach einer gefühlten Ewigkeit kommt endlich der Abzweig nach rechts Richtung Plache-Stadion. Dort läuft mittlerweile ein Spiel von Nachwuchsmannschaften. Direkt als ich vorbeilaufe schießen die heimischen Lok-Leipziger ein Tor. Die Zuschauer grölen ziemlich übertrieben, genau wie die jungen Burschen feiern, als hätten sie gerade ein Champions-League-Tor geschossen.

Weiter, nicht noch mehr nachlassen. Jörg und Benjamin sind ein ganz Stück vor mir. Im Gewerbegebiet kommen mir drüben Christian und Laura entgegen. Christian feuert mich an. Ich habe mich schon auf einen knappen Ausgang mit den 3 Stunden eingestellt. Die Wende, wieder leicht runterlaufen und dann eine Wasserstelle. Einen der Helfer kenne ich von den 100km-Leipzig. Er meint, die beiden vor mir bekomme ich noch. Ich winke ab.

Aber ich komme ja doch näher! 1 km später bin ich dran und gehe auch gleich vorbei, Jörg bleibt sofort in meinem Windschatten. Benjamin geht leider nicht mit. Nun bin ich natürlich wieder angestachelt. Jörg hat seine Frau auf dem Rad dabei. Mein Tempo liegt jetzt wieder bei 4:15 min/km, es ist anstrengend aber aushaltbar. Ich zähle die km sehnsüchtig herunter. Ich bekomme Cola aus Jörgs Flasche, toll. Wir pushen uns beide gen Ziel. Die 3 unterbieten wir jetzt sicher, aber es zieht sich doch irgendwie.

Endlich geht es rechts auf die Jahnallee und den letzten km. Hier steht extra ein Torbogen mit der „flamme rouge“, klasse. Wir beschleunigen nochmal, überholen 2 Läufer. Jemand vom Streckenrand ruft mir zu. Jörg wird von fast jedem zweiten Zuschauer angefeuert. Endlich links und nochmal 150 m bis zu Ziellinie. Den totalen Sprint will ich jetzt aber nicht. Jörg ist vor mir, klatscht mit Roman Knoblauch (Sprecher) ab, sodass wir zeitgleich über die Ziellinie laufen. Man bin ich fertig, aber glücklich über eine Zeit knapp über 2:57 h, oder netto sogar drunter?

Die Zielverpflegung muss ich ausgiebig nutzen und treffe wieder viele Bekannte.

Auf dem Weg zur Dusche dann die Ergebnisliste: 2:57:03 h, Platz 25 Männer, Platz 4 M35 (knapp 3 min zu Platz 3).

Nach dem Duschen gehen wir wieder zum Ziel für das Finish meiner Mutter. Nach etwas zu schneller erste Hälfte kommt sie mit leichter Verspätung aber sicher unter 4:30 h ins Ziel. Ein Ausflug, der sich für uns beide gelohnt hat. Zum Glück hat auch das Wetter bis auf 3 kleine Graupelschauer gehalten.

Für mich waren es 3 Marathons in 15 Tagen mit einer Gesamtzeit von 9:11:07 h, hatte ich so auch noch nie (und davor nur einen Lauf über 30 km in 2016).

Mit normalem Training sollte es mir also immer möglich sein, einen flachen Marathon unter 3 Stunden zu laufen.